Als ich damals den Choro Trail (auch Camino Choro oder El Choro Trek genannt) gemacht habe, konnte ich im Internet leider kaum deutschsprachige Seiten dazu finden. Deshalb habe ich hier alle wichtigen Informationen rund um den Choro Trail für dich zusammengetragen.

Der Choro Trail – Auf eigene Faust oder per Agentur

Fast alle Agenturen in und um La Paz bieten den Choro Trail als geführte drei bis vier Tages Trekking-Tour an. Wie ich bereits in diesem Artikel beschrieben habe, solltest du dich genau erkundigen, was im Tourpreis inbegriffen ist und was nicht (Siehe auch den Punkt Kosten). Da die Inca-Trails um La Paz aber eine der wenigen Möglichkeiten sind in Bolivien ohne Guide bzw. Agentur zu trekken, kann ich dir nur empfehlen, den Trail in Eigenregie zu machen. Schon allein der Kosten wegen. Zu einer geführten Tour würde ich dir nur dann raten, wenn du allein unterwegs bist oder auf Nummer sicher gehen willst.

Was dich erwartet

Abgeschiedenheit weit ab vom Trubel in La Paz. Von kühlen 4900 Meter über dem Meer insgesamt 3700 Höhenmeter abwärts in die subtropischen Yungas. Fast noch unberührte Natur, tolle Ausblicke ins Tal und eine vielfältige Flora und Fauna. Hier geht es zu unserem Reisebricht vom Choro Trail
Blick vom höchsten Punkt der Tour

Wie hinkommen

Der Ausgangspunkt des Choro Trails ist nur ca. 20 Kilometer von La Paz entfernt und wird „La Cumbre“ genannt. Am gleichen Punkt starten auch die Mountainbike-Touren auf der Death-Road. Wenn du den Death-Road Trip also schon vorher gemacht hast, weißt du bereits wo du hin musst. Wenn nicht, gibt es zwei Möglichkeiten hinzukommen:

  • Per Taxi direkt zum Ausgangspunkt (ca. 200 Bolivianos)
  • Mit dem Micro (Abfahrt an mehrer Orten in der Stadt z.B. nahe der San Francisco Kirche) zum Busterminal „Terminal Minasa“ im Stadteil Villa Fatima (1,5 Bolivianos). Man kann dazu eigentlich alle Micros mit der Aufschrift „V. Fatima“ bzw. „Villa Fatima“ nehmen. Vom Terminal in Villa Fatima fahren dann z.B. Trufis (20 Bolivianos) nach „Coroico“ ab, die einen in „La Cumbre“ absetzten. Fahrzeit insgesamt rund 1,5 Stunden.

Kartenmatrial

Eine Gratis Karte bekommst du zum einen bei der Infotur in La Paz und auch noch direkt bei Parkranger Station in „La Cumbre“ bei der Registrierung. Diese Karten sind aber sehr ungenau (siehe „Was du noch wissen solltest“). Wer lieber eine genauere Karte hätte, muss sich die leider in einem der vielen Outdoorläden in La Paz kaufen. Verlaufen kannst du dich aber eigentlich nicht.

Klima

Auf dem Gipfel kann es ziemlich kühl und windig werden, je weiter man aber in die Yungas kommt um so wärmer und feuchter wird es. Alles in Allem ist das Wetter eher unbeständig und vorallem im unteren Teil des Weges sind kurze Regenschauer an der Tagesordnung. Der Wetterbericht in La Paz ist übrigens auch alles andere als zuverlässig.

Trinken

Während des gesamten Choro Treks kommst du immer wieder an Flüssen, Bächen und Wasserfällen vorbei, so dass du alle paar Kilometer deine Wasservorräte auffüllen kannst. Allerdings befinden sich gerade im oberen Teil des Treks Lama-Weideflächen. Dort solltest du das Wasser lieber nicht trinken oder es zumindest vorher entkeimen(z.B. mit Micropur).

Zusätzlich gibt es auf jedem Campingplatz und in den meisten Dörfchen kleine Kioske in denen man Getränke (Bier, Cola und Wasser) kaufen kann. Diese haben allerdings nicht immer geöffnet. Vorallem in der Nebensaison solltet du dich deshalb nicht zu sehr darauf verlassen.

Essen

Genau wie bei den Getränken gilt: In den Kiosken gibt es zwar hier und da etwas zu kaufen, aber eher nur Kleinigkeiten und das auch nicht immer. Du solltest deshalb alles Essen das du für die Tour benötigst aus La Paz mitnehmen.

Übernachtung

Auf dem Choro Trail gibt es einige einfache Unterkünfte mit Etagenbetten für die du aber deinen Schlafsack mitbringen sollte. In der Nebensaison sind diese allerdings nicht geöffnet, so dass als einzige Alternative das Zelt bleibt. Immerhin gibt es unzählige Campingmöglichkeiten entlang des Weges. Fast in jedem der Dörfchen gibt es einen kleinen Platz auf dem du für wenige Bolivianos dein Zelt aufschlagen kannst. Vielmals sogar überdacht. Aber auch außerhalb der Dörfer gibt es immer wieder Stellen, an denen genug Platz für ein Zelt ist (meist mit toller Aussicht).

Ausrüstung

Um den Trail zu meistern brauchst du, abgesehen von einer kompletten Campingausrüstung eigentlich nichts spezielles. Für die gelegentlichen Regenschauer würde ich dir aber empfehlen, einen Poncho mitzunehmen. Wie bereits oben erwähnt, können Wasseraufbereitungstabletten auch nicht schaden. Feuer machen ist zwar mancherorts möglich, besser ist es aber einen Campingkocher mitzunehmen.

Solltest du keine eigene Campingausrüstung besitzen, kannst du auch alles in La Paz ausleihen. Adressen hierzu bekommst du z.B. bei der Infotur oder in deinem Hostel.

Gefahren

Im Gegensatz zu La Paz gilt der Choro Trail als sehr sicher und kann bedenkenlos begangen werden. Du solltest trotzdem keine Sachen unbeaufsichtigt in bewohnten Gebieten liegen lassen.

Die eigentliche Gefahr geht vielmehr vom Trail selbst aus. Wenn du noch nicht richtig akklimatisiert bist, solltest du zum einen den ersten Anstieg auf 4900 Meter nicht unterschätzen. Im weiteren Wegverlauf geht es über moosbewachsene, steinige Wege, die bei Regen zu wahren Schlitterpartien werden können, teils steil bergab. Deshalb Zehnägel schneiden nicht vergessen. Außerdem müssen einige Bächer überquert werden, die bei Regen anschwellen können. Es kann auch immer wieder zu Erdrutschen auf dem Weg kommen, so dass du dir evtl. einen alternnativen Weg suchen musst.

Wie du wieder nach La Paz kommst

Wenn du den Choro Trail erflgreich gemeistert hast und in Chairo angekommen bist, gibt es zwei Möglichkeiten wieder zurück zu kommen:

  • Zu Fuß ca. 17 km in 3 Stunden, per Taxi (ca. 180 Bolivianos) oder per Anhalter (je nach Verhandlungsgeschick ca. 20 Bolivianos) nach Coroico und von dort aus per Trufi (20 Bolivianos) zurück nach La Paz zum Terminal in Villa Fatima.
  • In Chairo und den nächsten Orten auf dem Weg Richtung Coroico gibt es immer wieder die Möglichkeit direkt nach La Paz zu fahren. Ich wurde z.B. direkt in Chairo angesprochen, ob ich nicht mit nach La Paz (50 Bolivianos) fahren wollte. Allerdings sind die Plätze begrenzt und wer zuerst kommt, kann eben mitfahren.

Kosten

Hier ein paar Beispiele, welche Kosten auf dich zukommen können.

Bei Buchung über eine Agentur:

  • Bei der Agentur in meinem Hostel waren es 150 USD pro Person für 3 Tage mit allem drum und dran
  • Unterwegs traf ich eine Französin, die 1000 Bolivianos (ca. 133 €) für 4 Tage bezahlt hat. Allerdings ohne Transport und Unterkunft, was man ihr in der Agentur vorher nicht gesagt hat.

Kosten meiner drei Tages Tour:

  • Einkauf vor der Tour (90 Bolivianos)
  • Micro (1,5 Bolivianos) + Trufi (20 Bolivianos) nach La Cumbre = 21,5 Bolivianos
  • Tag 1: Übernachtung (15 Bolivianos) + Cola (25 Bolivianos) + Wasser (20 Bolivianos) + Parkeintritt (20 Bolivianos) = 80 Bolivianos
  • Tag 2: Übernachtung (5 Bolivianos) + Cola (21 Bolivianos) = 26 Bolivianos
  • Tag 3: Transport nach La Paz (50 Bolivianos) + Micro zum Hostel (1,5 Bolivianos) = 51,5 Bolivianos
  • = 269 Bolivianos (ca. 36 €)

Alle Preise sind aus der Nebensaison vom Februar 2016.

Was du noch wissen solltest

Der Choro Trail geht nur bergab
Hat man mir zumindest bei der Infotur und noch an anderer Stelle gesagt. Für den Anfang und das Ende des Trails stimmt das sogar, aber gerade im Mittelteil muss man sogar einige Höhenmeter aufwärts im feuchten Wald bewältigen.

Das Gratis-Kartenmaterial
Dieser Punkt gilt sowohl für die Karte von der Infotur als auch für die Karte von der Parkverwaltung. An einer Schautafel in La Cumbre steht, dass der Trail 72 km lang ist, in allen anderen Karten sind es 52 km was wohl eher hin kommt. Die Kilometerangaben konnte ich aber leider nicht überprüfen. Die Gehzeitangaben passen weitestgehend, allerdings sind einige Höhenangaben falsch. Der eingezeichneten Wegverlauf ist sehr ungenau, so dass du anhand der Karten eher nur erraten kannst, wo du dich gerade befindest. Außerdem befinden sich auf beiden Karten Weg- und Gehzeitangaben zu Orten, die nicht auf der Karte eingezeichnet sind. Als grober Anhaltspunkt eignen sich die Karten aber trotzdem.

Die Orte auf dem Weg
Einige der Orte die auf dem Weg liegen, bestehen aus einer einzigen Hütte. Selbst in dem größten der Orte leben nur 56 Personen. Man sollte also nicht zu viel erwarten. Außerdem haben die Namen der Orte mehrere Schreibweisen. Also wunder dich nicht, wenn ein Ortsname mal etwas anders geschrieben sein sollte.

Der Weg selbst
Ist im ersten Teil noch recht breit, wird aber je tiefer man kommt immer schmaler, sodass du vorallem gegen Ende nur noch selbst durchpasst und dich teilweise bücken musst um Ästen auszuweichen. Du kannst dich auf dem Weg eigentlich nicht verlaufen. Wenn du einmal drauf bist, folgst du dem Weg einfach immer geradeaus und ignorierst alle Abzweigungen.

Eintirttsgebühr
Für den Park muss man unterwegs 20 Bolivianos Parkeintrittsgebühr bezahlen. In einem der Orte saß bei mir ein netter alter Mann, der das Geld einkassiert hat (Beleg nicht vergessen).