Kilimandscharo über Machame Route und Mt Meru
Fakten
Der Kilimandscharo ist ein Berg der Superlative. Mit einer Höhe von 5.895 Metern ist er nicht nur der höchste Berg Afrikas und damit einer der Seven Summits, sondern auch der höchste freistehende Berg der Welt. Er liegt in Tansania, nahe der Grenze zu Kenia, und besteht aus drei erloschenen Vulkanen: Kibo, Mawenzi und Shira. Vom tropischen Regenwald bis zur arktischen Gletscherzone durchquert man bei der Besteigung innerhalb weniger Tage mehrere Klimazonen.Warum der Kilimandscharo
Nachdem ich beim DAV einen Hochtouren Grundkurs und mehrere Bergbesteigungen absolviert hatte, bekam ich Lust mich auch an höheren Bergen zu versuchen. In Europa stößt man dabei schnell an Grenzen, so dass nur ein Berg im Ausland in Frage kam. Die Wahl fiel am Ende auf den Kilimandscharo. Er ist logistisch gut erschlossen, technisch unschwierig, sehr bekannt, landschaftlich reizvoll und kann von jedermann der einigermaßen fit ist bestiegen werden. Dass er einer der Seven Summits ist, war nur ein netter Bonus.Routen auf den Kilimandscharo
Neben den sechs „Haupt“-Routen gibt es noch mehrere seltener begangene Routen auf den Gipfel. Die Routen unterscheiden sich dabei hauptsächlich in Länge, Dauer, Komfort und Frequentierung wobei die Maranga- und Machame-Route die am häufigsten begangenen sind. Am Ende muss man für sich selbst entscheiden welche Route am besten zu einem passt, sollte aber auch noch ein paar externe Faktoren berücksichtigen, auf die ich im nächsten Kapitel etwas näher eingehen werde.
Hier eine kleine Übersicht der gängigsten Routen:
| Route | Beschreibung | Dauer (Tage) | Länge |
| Northern Circuit | Neuste Route, Lang, gute Akklimatisierung | 9 | 90 km |
| Lemosho | Abgelegen, gute Akklimatisierung, Lang | 8 | 56 km |
| Machame | Auch „Whiskey-Route“ genannt, gute Akklimatisierung, Auf- und Abstieg unterschiedlich | 7 | 49 km |
| Marangu | Auch „Coca-Cola-Route“ genannt, vermeintlich einfachste Route, einzige Route mit Hüttenübernachtung, Auf- und Abstieg identisch | 6 | 64 km |
| Rongai | Abgelegen, Einzige Route von der Nordseite (nahe Kenia) | 5-6 | 65 km |
| Umbwe | Kürzeste und steilste Route, wenig Zeit für Akklimatisierung | 6 | 37 km |
FAQ
Beste Reisezeit:
Die beste Reisezeit, um den Kilimandscharo zu besteigen, ist die Trockenzeit entweder von Dezember bis März oder von Juni bis September. Während der Trockenzeit habt ihr die größten Chancen gutes Wetter zu bekommen was eure Gipfelchancen deutlich erhöht.
Kann jeder den Kilimandscharo besteigen:
Kurzum, ja! Jeder der in der Lage ist das Laufpensum von teilweise 10h pro Tag zu bewältigen kann den Kilimandscharo besteigen. Die Chance den Gipfel zu erreichen hängt nämlich am Ende gar nicht so sehr vom Fitness-Level ab. Viel wichtiger ist, wie gut man die Höhe verträgt und dass man sich während der Tour keine Krankheiten (z.B. Magen/Darm oder Erkältung) einhandelt.
Routenwahl:
Welche Route ihr am Ende wählt, müsst ihr natürlich für euch selbst entscheiden, da die Entscheidung von vielen Faktoren abhängt. Zum einen von eurem Budget, der verfügbaren Zeit, Erfahrung mit hohen Bergen, etc. Falls ihr wenig Erfahrung habt, oder einfach das Gesamt-Erlebnis genießen wollt, würde ich euch definitiv eine der längeren Routen empfehlen.
Kosten:
Meine Kilimandscharo Besteigung hat inkl. Flug, Trinkgelder, vier zusätzliche Tagen für die Besteigung des Mt Meru und aller sonstiger Ausgaben rund 3000€ gekostet. Das war allerdings schon 2015 und kostet heute natürlich einiges mehr.
Trinkgeld:
Obwohl die meisten Agenturen ihre Mitarbeiter fair bezahlen sollten, ist Trinkgeld ein fester Bestandteil und wird definitiv erwartet. Da ein Teil der Mannschaft, z.B. die Träger, direkt am Berg angeheuert werden, wird das Trinkgeld am Ende der Tour noch am Berg überreicht. Also nicht im Safe im Hotel liegen lassen. Ich möchte an dieser Stelle keine Empfehlung abgeben die früher oder später wieder veraltet ist. Als kleiner Anhaltspunkt, wir haben damals zu dritt ca. 60€ pro Tag überreicht.
Ist zusätzliche Akklimatisation nötig:
Obwohl zusätzliche Akklimatisation natürlich immer willkommen ist, wird sie für die Besteigung des Kilimandscharo nicht benötigt. Vor allem wenn ihr eine der längeren Routen wählt. Falls ihr euch für eine der kürzeren Routen entscheidet, kann es aber durchaus Sinn machen über zusätzliche Akklimatisationsmöglichkeiten nachzudenken.
Kilimandscharo Besteigung vor Ort buchen:
Es kommt öfter mal die Frage auf, ob eine Buchung der Tour vor Ort bzw. direkt bei einer lokalen Agentur billiger ist als eine Buchung über einen Reiseveranstalter von daheim (Zu diesem Thema habe ich hier einen ausführlichen Artikel verfasst). Manche Reiseveranstalter bieten ab einer bestimmten Teilnehmerzahl zwar deutschsprachige Reisebegleiter an, Fakt ist aber, dass egal welchen Reiseveranstalter ihr wählt, dieser immer auch mit einer lokalen Agentur zusammenarbeitet. Ich war damals auf jeden Fall überrascht, dass die Preise bei den lokalen Agenturen nicht bedeutend günstiger waren als die Tour, die ich gebucht habe. Inwieweit diese Preise allerdings Verhandlungssache sind, kann ich leider nicht beurteilen.
Optionale Mt Meru Besteigung:
Ich habe mich damals dazu entschieden, vor dem Kilimandscharo noch den Mt Meru zu besteigen. Allerdings mehr als zusätzliches Abenteuer, als wegen der zusätzlichen Akklimatisierung. Die Besteigung kann gut mit dem Kilimandscharo verbunden werden und viele Reiseanbieter bieten sie als dazu buchbare Option an. Der Mt Meru hat mir landschaftlich sogar besser gefallen als der Kilimandscharo, da man beim Abstieg unter anderem Giraffen, Zebras und Büffel gesehen hat. (Bitte schaut dazu gerne mal die dazugehörigen Artikel an)
Packliste
Der Packliste mit meiner Ausrüstung für den Kili habe ich eine extra Seite gewidmet die ihr hier finden könnt.
Tagebuch der Besteigung auf der Machame Route
- Anreise aus Frankfurt
- Hotel – Miriakamba Hut
- Miriakamba Hut – Saddle Hut – Little Meru
- Gipfeltag Mount Meru
- Mount Meru – Moshi
- Moshi – Machame Gate – Machame Camp
- Machame Camp – New Shira Camp
- New Shira Camp – Lava Tower – Barranco Camp
- Barranco Camp – Barafu Camp
- Gipfeltag Kilimandscharo: Barafu Camp – Uhuru Peak – Barafu Camp – Mweka Camp
- Mweka Camp – Moshi

