Gipfeltag Mount Meru

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Aufstieg ↑
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Abstieg ↓
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Gehzeit
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Bis zu unserem Aufbruch zum Gipfel um ein Uhr nachts, habe ich heute mal wieder so gut wie gar nicht geschlafen. Noch gestern beim Abendessen hat sich Sven dazu entschieden, nicht mit uns zum Gipfel aufzubrechen, da er Höhenangst hat und es angeblich steile Abhänge und tiefe Schluchten zu meistern gilt. Aus diesem Grund starten wir heute zu dritt, Mike unser Guide, Karin und ich.

Es ist stockdunkel, einzig der Schein unserer beiden Stirnlampen erhellt den Weg, denn unser Guide besitzt keine (er geht auch ohne Rucksack). Ich muss mich kurz nach dem Losgehen erst mal umziehen, da es hier unten noch recht warm und feucht ist und ich mich schon für den Gipfel angezogen hatte. In Schlangenlinien geht es Schritt für Schritt dem Ziel entgegen. Immer wieder gibt es kleinere Kletterpassagen über feuchte Steine und Karin wird ganz mulmig zumute, so dass Mike sie des öfteren an die Hand nehmen muss. Wir sind aber trotzdem recht zügig unterwegs und überholen allen anderen Gruppen auf dem Weg nach oben. Je höher wir kommen, desto kühler und windiger wird es und ich muss wieder einige zusätzliche Lagen Kleidung anlegen. Vor allem an den Stellen, an denen man geschwitzt hat, ist es reichlich kühl. Am Rhinopoint angekommen, müssen wir leider erst einmal wieder 150 hart erkämpfte Meter absteigen, um sie gleich danach wieder aufzusteigen. Im Mondschein zeichnet sich dabei vor uns immer der vermeintliche Gipfel ab. Doch jedes Mal, wenn wir kurz davor sind, müssen wir leider feststellen, dass es danach doch noch weiter geht. Anfangs bestand der Weg meist nur aus feinem Geröll, aber ab ca. 4000m Höhe gesellen sich immer wieder leichte Kletterpassagen hinzu, die den Puls in die Höhe treiben. Meine Atemfrequenz ist deutlich erhöht, ansonsten habe ich aber keinerlei „Probleme“.

Nach insgesamt 4,75h haben wir dann endlich Grund zu Freuden und können uns in den Arm nehmen, denn der Gipfel des Mount Meru ist erreicht. Leider sind wir ein bisschen früher als geplant am Gipfel angekommen. Der Sonnenaufgang ist erst in einer halben Stunde, wir beschließen aber wegen Wind und Kälte direkt wieder den Rückweg anzutreten und nicht zu warten. Natürlich nicht ohne vorher Gipfelfotos und eine kleine Pause gemacht zu haben.

Am Gipfel mit unserem Guide Mike

Beim Abstieg treffen wir auf die ersten Gruppen nach uns, die teilweise noch ein weites Stückchen Weg vor sich haben. Wir machen nochmal eine etwas längere Pause, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Da nun auch langsam die gesamte Umgebung erhellt wird und nicht nur ein kleiner Ausschnitt vor unseren Stirnlampen, können wir zum ersten Mal sehen, wo wir da im Dunkeln überhaupt lang gegangen sind. Teilweise ist es erstaunlich, wie weit Phantasie und Realität auseinander liegen. Auch Karin kommt der Weg im Hellen nur halb so schlimm vor wie nachts.

Der härteste Teil des Abstieges, oder sogar des gesamten Weges, liegt aber noch vor uns. Die 150 Höhenmeter, die wir in der Nacht vom Rhinopoint hinunter sind, müssen wir jetzt wieder nach oben. Dabei geht es durch eine leicht schräge Wand, in der man wieder ein bisschen klettern muss. Ich musste dazu mehrere kleine Pausen einlegen, weil ich ziemlich platt war. Oben angekommen gab es wieder eine tolle Aussicht auf den Weg zum Gipfel und den Meru Krater. Ein paar Meter weiter unten kam uns dann auch Sven entgegen, der gegen 5 Uhr mit unserem Koch, der kurzerhand zum Guide erklärt wurde, aufgebrochen war. Er wollte noch ein bisschen weiter gehen, aber wir stiegen direkt ab. Auf dem Weg nach unten sahen wir noch mehrere Antilopen und erreichten gegen 8:45 Uhr wieder Saddle Hut.

Eine der Antilopen

Erschöpft und müde, aber glücklich, legten wir uns direkt nochmal ins Bett, zumal wir erst gegen 12 Uhr den weiteren Abstieg machen wollten. Einige Gipfelstürmer erreichten die Saddle Hut aber erst gegen 11 wieder, sodass wir, da wir alle mit demselben Ranger unterwegs waren, nicht ohne die anderen Gruppen weiter konnten. Deshalb bekamen wir um 12:30 noch mal ein deftiges Mittagessen und starteten schließlich erst, nachdem die Anderen auch noch ein bisschen Zeit hatten sich auszuruhen, um 14:30 zur Miriakamba Hütte. Der Abstieg ist leicht und ging ohne besondere Vorkommnisse vonstatten. Wir erreichten die Hütte lange vor den ersten Bergsteigern, die heute aus dem Tal aufsteigen. Somit blieb noch recht viel vom Tag übrig, den ich damit verbracht habe zu faulenzen und zu lesen. Am Abend folgte dann wieder das übliche Programm bestehend aus Popcorn, Tee, Abendessen, Besprechung und Bett.

Das war mal ein Büffel

Kilimandscharo über Machame Route und Mt Meru – Erfahrungsbericht

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