Die Venetische Ebene – Traumpfad München-Venedig

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Tag 18: Belluno – Tarzo

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Obwohl ich gestern nur 3 Bier getrunken und fast den ganzen Nachmittag ausgeruht hatte, ging es erst um 8:30 Uhr los. Das Frühstück war wie immer, allerdings diesmal alles in kleinen Tütchen zur Selbstbedienung verpackt.

Heute galt es, die allerletzte Bergkette, das Nevegal (den Hausberg der Veneter) zu überqueren. Danach geht es wirklich nur noch, abgesehen von kleinen Hügelchen, bergab. Leider führt der Weg die ersten zig Kilometer entlang einer Autostraße ohne Gehweg. Was, vom Laufen auf Teer ganz abgesehen, nicht gerade schön war. Nach einigen Kilometern traf ich auch Jochen wieder, der mit seinem GPS nach dem richtigen Weg suchte und wir gingen (ausnahmsweise) den Rest des Weges zusammen. Laut Wanderführer geht die Etappe nur bis auf den Berg hinauf, wo man übernachtet. Wir wollten aber beide den Berg direkt überschreiten und heute wieder somit zwei Etappen zusammenlegen.

Nach dem zähen Stück über die Straße, ging es weiter über Skipisten und durch kleine Wäldchen garniert mit einigen kurzen Regenschauern. Wie es das Schicksal so wollte, zogen natürlich genau als wir auf dem Gipfel waren dicke Wolken auf und aus war es, mit dem Blick ins Tal. Vorbei an dem futuristisch anmutenden Rifugio, geht es direkt wieder abwärts Richtung Tarzo. Wie schon hochzus leider immer entlang an einer schier endlosen Straße und auch die Regenschauer nahmen immer mehr zu, je weiter wir abwärts kamen. Auch die Füsse fingen langsam an weh zu tun, da wir heute ja fast 40 km unterwegs waren.

Für all das entschädigte uns aber unsere Herberge. Die mit Abstand beste der Tour. Eine Art alte Villa mit toller Aussicht und jeder Menge Platz. Auch das Abendessen war vorzüglich und rundete den Gesamteindruck ab.

Tag 19: Tarzo – Ponte della Priula

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Seit langem, war heute mal wieder ein richtig schöner Tag. Sonnenschein direkt von morgens bis abends. So hätte ich es mir in den Bergen auch mal gewünscht. Allerdings bereute ich das auch gleich wieder, da es zum Laufen fast schon zu warm war und ich wieder geschwitzt habe ohne Ende. Wie schön wären doch jetzt ein paar Wolken am Himmel gewesen!

Blick in die Venetische Ebene

Wieder angekommen in der Zivilisation, gestaltet sich die Wegfindung ungewohnt schwierig. Ich bin die ganze Zeit damit beschäftigt im Wanderführer nachzuschlagen, wo ich denn nun lang muss. Der erste Teil der heutigen Etappe ist noch recht schön, es geht immer durch die Weinberge. Gegen später wird das Land immer flacher und der Weg verläuft zu 80% entlang der Autostraße, natürlich wie immer ohne Fußweg.

Der ganze Weg scheint wie verhext zu sein, da wirklich alle Einkehrmöglichkeiten geschlossen haben. Angekommen in Ponte della Priula ist die erste Herberge sogar komplett geschlossen, allerdings finde ich noch eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Hotel. Selbst die letzten Weinbergchen habe ich nun hinter mir gelassen und bin im Flachland angekommen. Fühlt sich irgendwie komisch an und irgendwie scheint auch etwas zu fehlen. Immerhin schmeckt der Wein.

Tag 20: Ponte della Priula – Bocca Callata

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Der Wanderführer beschreibt es ganz gut: „Für die meisten wird der Weg ab Tarzo nur noch als Weg nach Venedig taugen.“. Treffender könnte man es nicht beschreiben. Im Nachhinein kann ich nur sagen, hätte ich mich jetzt in den Bus gesetzt und wäre nach Venedig gefahren, ich hätte nichts verpasst. Heiß, lang, langweilig. Darüber können auch die Baumschulen und Weingärten durch die man kommt nicht hinwegtrösten. Und alles immer entlang der Straße ohne Gehweg und auf Teer, so dass die Füße binnen kurzer Zeit anfangen zu schmerzen.

Morgen wäre die offiziell längste Etappe der Tour und so beschloss ich, heute noch ein paar Kilometer weiter zu laufen, damit es morgen nicht so lange wird. Im Hotel gönnte ich mir das erste Mal seit langem eine Dosis Internet und ließ den Abend bei Pizza und Wein ausklingen.

Tag 21: Bocca Callata – Jesolo

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Ich weiß gar nicht, was ich für den heutigen Tag schreiben soll. Ich hätte den Text von gestern einfach kopieren können. Unglaublich langgezogen in der knallenden Sonne. Highlight war eine Straße die scheinbar ewig schnurgerade ausging. Wirkt sich nicht sehr positiv auf die Motivation aus, kann ich da nur sagen. Halb verdurstet komme ich in Jesolo an und nehme das erst beste Hotel, das ich finde. Die Luft ist einfach raus und ich bin froh, morgen in Venedig zu sein.

Tag 22: Jesolo – Venedig

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Wie nicht anders zu erwarten, war der Weg genau wie gestern. Heute allerdings mit neuer Motivation, da es ja das Finale war. Die letzten Kilometer der Alpenüberquerung. Vorbei an unzähligen Campingplätzen (laut Schild 22 an der Zahl!) diesmal immerhin mit Gehwegen. Zu allem Überfluss standen alle 100 Meter Schilder, die angaben, wie weit es noch bis zur Fähre ist. Auch wenn ich es versucht habe, man kommt nicht umhin, immer mal wieder einen Blick auf die Schilder zu werfen, nur um festzustellen, dass man wieder kaum vorwärtsgekommen ist.

Auf halber Strecke zur Fähre kann man eine kleine Abzweigung zum Meer nehmen, was ich auch gleich tat. Endlich die strapazierten Füße im weichen Sand und Meerwasser verwöhnen und den Schmutz und Schweiß abspülen. Mir hätte es auch gereicht, wenn der Weg hier zu Ende gewesen wäre. Das Meer zu erreichen war wesentlich erhabener, als in Venedig anzukommen. Toll waren auch die Blicke der anderen Strandgäste, alle in Badeklamotten und ich mit dickem Rucksack, Wandersachen und Wanderschuhen.

Aber irgendwann sind auch die letzten Kilometer gelaufen. Erstaunlich günstig ging es per Vaporetti in 45 Minuten nach Venedig. Dort angekommen bekam ich erst mal den reinsten Kulturschock. Ich wäre am liebsten gleich wieder umgedreht, so viele Leute waren dort unterwegs. Ich wünschte mir sofort die Einsamkeit der Berge wieder. Der Markusplatz war auch nicht wirklich umwerfend und ich musste mir noch ein bisschen die Zeit vertreiben, bis das familieneigene Taxiunternehmen eintraf. Doch schließlich war es so weit. Die Freude war groß, auch wenn der eine oder andere etwas nass war, oder auch nicht mehr so ganz taufrisch roch J. Wir haben auch gar nicht mehr wirklich viel gemacht, waren noch kurz etwas trinken und danach ging es auch fast schon wieder durch die ganzen kleinen Gässlein zurück zum Auto und ab nach Hause.

Auch wenn die letzten Tage nicht mehr so schön waren wie der Anfang, war es doch, alles in allem, eine super tolle Tour und jeder Tropfen Schweiß hat sich gelohnt.

Der Traumpfad München-Venedig – Erfahrungsbericht

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