Der Olympic National Park stand schon länger auf unsere Liste. Für einen Wochenendausflug ist er leider zu weit entfernt von Portland und auch nichts, was wir im Winter machen wollten. Bei über 30 Grad in Portland kam uns ein Ausflug Richtung Norden aber gerade gelegen. Da Bianca dieses Jahr nicht so viel Urlaub hat, waren wir diesmal leider nur zu viert unterwegs auf der Olympic-Halbinsel.
Als es darum ging Unterkünfte zu buchen, musste ich feststellen, dass die ganze Gegend ziemlich dünn besiedelt ist und obwohl wir unter der Woche unterwegs waren, bereits alles ausgebucht war. Außerdem war der Zugang zum Rialto Beach, einem der Highlights des Parks, ausgerechnet einen Tag bevor wir dort waren wegen Wegebauarbeiten gesperrt. Wir mussten den ursprünglichen Plan deswegen ein wenig anpassen, was der ganzen Sache aber keinen Abbruch getan hat.
Von Portland aus sind wir direkt nach Port Angeles, dem weit entferntesten Punkt unseres Ausflugs gefahren. Abgesehen vom Mittagessen, haben wir nur einmal irgendwo am Highway 101 an der Ostküste der Halbinsel angehalten, um uns ein bisschen die Füße zu vertreten. Der Strand, an dem wir gehalten haben, hatte kristallklares Wasser und war mit Muscheln nur so übersät. Man musste aufpassen, wo man hintritt
Nachdem wir unsere Sachen im Hotelzimmer abgeladen hatten, sind wir nochmal zu einer nahgelegenen Landzunge aufgebrochen. Mittags standen wir noch schwitzend im T-Shirt am Strand, diesmal haben wir wegen des Windes selbst mit Pulli und Jacke gefroren. Wir haben nur kurz ein paar der vielen kleinen Unterschlupfe aus Treibholz inspiziert, bevor wir uns entschieden an eine windgeschütztere Stelle zu gehen. Strand haben wir leider keinen mehr gefunden, so dass wir am Ende in einem kleinen Hafen gelandet sind. Gerade als wir auf dem Steg unterwegs waren, hat keine zwei Meter von uns entfernt eine Robbe aus dem Wasser geschaut. Was für ein glücklicher Zufall für uns und nicht die letzte Tierbegegnung auf diesem Trip.


Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück hinauf zur Hurricane Ridge. Auf dem Weg dorthin mussten wir mal wieder Rehen auf der Straße ausweichen. Kurz vor dem Parkplatz hatten wir dann das große Glück einen Schwarzbären in freier Wildbahn zu sehen. Erst hatten wir uns noch gefragt, warum das Auto vor uns direkt auf der Straße gehalten hat, aber ansonsten wären wir wohl vorbeigefahren.
Nach diesem Erlebnis haben wir noch eine kleine Wanderung gemacht. Dabei gab es neben Streifenhörnchen noch ein Mal Rehe aus nächster Nähe zu sehen. Aussicht auf Port Angeles und Kanada, das direkt auf der anderen Seite des Puget Sounds liegt, hatten wir leider wegen der vielen Wolken nicht. Dafür haben wir auf dem Rückweg zum Auto aber ein Rebhuhn mit Jungen beobachten können.





Nach einer kleinen Stärkung haben wir uns nachmittags wieder auf den Weg gemacht. Diesmal zum Crescent Lake. Dort sind wir zur „Devil’s Punchbowl“ und durch den alten Eisenbahn Tunnel gewandert. Auch hier am See war das Wasser kristallklar und hätte zum Baden eingeladen, wenn es nicht so kalt gewesen wäre.
Einen weiteren Tag später fuhren wir von Port Angeles weiter zur nächsten Unterkunft, wo wir die letzten beiden Tage unseres Ausflugs verbracht haben. Geplant war am Rialto Beach und später am Ruby Beach zu halten. Leider haben wir erst vor Ort herausgefunden, dass der Zugang zum Rialto Beach gerade gesperrt ist, so dass wir unverrichteter Dinge weiterfahren mussten.
Der Parkplatz am Ruby Beach war so überfüllt, dass ich ein paar Runden fahren musste, bis ich endlich einen Parkplatz bekommen habe. Der Strandabschnitt ist wahrscheinlich der bisher schönste an dem wir hier an der Westküste waren. Neben jeder Menge Treibholz, gibt es Felsen im Meer und einen kleinen Fluss, der hier ins Meer fließt. Dementsprechend lange waren wir auch dort. Eigentlich wollten wir von hier aus noch in den Hoh-Regenwald. Der Umweg wäre aber viel zu lange gewesen, so dass wir vom Strand direkt zu unserer Unterkunft gefahren sind.



Dort angekommen waren wir angenehm überrascht. Die Unterkunft selbst war zwar schon etwas in die Jahre gekommen, dafür hatte sie aber drum herum einiges zu bieten. Einen Pool, einen Aufenthaltsraum, einen Aussichtsturm mit Fitness-Raum, einen kleinen Spielplatz, Hasen und über eine „alte Brücke“ einen direkten Zugang zum Strand. Der Strand erstreckt sich in beide Richtungen, soweit das Auge reicht und als ich zum Sonnenuntergang nochmal kurz dort war, war außer mir keine Menschenseele zu sehen.




Am letzten Tag unserer Reise haben wir uns entschieden, doch nicht nochmal 2 Stunden zurück zum Hoh-Regenwald zu fahren. Stattdessen sind wir zum viel näher gelegenen Quinault Regenwald gefahren, der laut Internet genau so schön sein soll. Gleich zu Beginn des Rundweges dort haben wir zwei Schlangen gesehen, die sich gesonnt haben. Neben kaltem Regenwald mit Unmengen an Farnen und Moosen, haben wir noch eine kleine verlassene Farm gesehen. Die namensgebenden Seen des „Mirror Lake“-Rundwegs konnten wir leider nicht bestaunen, da diese im Sommer austrocknen wie uns einer der Park Ranger, der zufällig deutsch sprach, mitgeteilt hat. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft haben wir nur noch einen Mittagsstopp am Quinault See gemacht.















Einen Einkauf im Supermarkt und ein Abendessen später sind wir als Abschluss an den Strand vor unserer Unterkunft gegangen und haben dort am Strand ein kleines Lagerfeuer gemacht. Es war leider recht windig und kühl, so dass wir es nicht all zu lange ausgehalten haben und bald wieder zurück zum Hotel gegangen sind und einen Tag später zurück nach Portland gefahren sind.


