Besteigung des Mt St. Helens über Monitor Ridge

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Der Mount St. Helens ist ein 2.550 Meter hoher Schichtvulkan im US-Bundesstaat Washington. Nach der Besteigung der South Sister ist er der zweite Gipfel der Kaskadenkette, die sich entlang der Westküste Nordamerikas erstreckt, den wir bestiegen haben. Weltweit bekannt wurde der Berg durch seinen gewaltigen Ausbruch am 18. Mai 1980, bei dem die Nordflanke des Vulkans abrutschte und eine der größten vulkanischen Explosionen der jüngeren Geschichte auslöste. Der Ausbruch veränderte die Landschaft grundlegend und reduzierte die Gipfelhöhe um rund 400 Meter.

Auch hier am Mt. St. Helens benötigt man für die Besteigung im Sommer eins von täglich 100 Permits. Im Winter kann man den Berg auch ohne Permit besteigen, was wir eigentlich vorhatten. Leider war das wegen des wenigen Schnees dieses Jahr nicht möglich. Die Permits sind natürlich heiß begehrt und es war wieder ein glücklicher Zufall, dass wir spontan noch eines bekommen haben. Für unseren Aufstieg haben wir die Monitor Ridge Route gewählt, bei der es rund 1.400 Höhenmeter zu überwinden gilt. Die gesamte Route lässt sich grob in drei ähnlich lange Teile aufteilen. Zunächst führt der Weg durch dichte Wälder, später über Blockgelände und am Ende über weitläufige Vulkanhänge. Am Ende steht der spektakuläre Blick in den riesigen, hufeisenförmigen Krater, in dessen Innerem sich noch heute ein aktiver Lavadom befindet.

Der Startpunkt liegt „nur“ knapp 1:45h von Portland entfernt, weswegen wir uns entschieden haben, morgens um 2:00 Uhr direkt von Portland zu starten und nicht schon am Abend vorher auf dem Parkplatz zu übernachten wie viele andere es getan haben. Obwohl für den Tag gutes Wetter angesagt war, wurde der Nebel, in den wir fuhren, immer dichter.  Als das Navi noch 15 Minuten für die letzten zwei Meilen angezeigt hat, habe ich mich erst noch gewundert. Als wir dann aber auf eine kleine Schotterpiste mit tiefen Schlaglöchern abbogen und nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich war, nicht mehr.

Im Schein der Stirnlampe sind wir gegen 4:00 Uhr vom Parkplatz gestartet. Da die Lampe den dichten Nebel direkt angestrahlt hat, konnte man keine 10 Meter weit sehen. Im dunklen Wald fast ein bisschen unheimlich. Als plötzlich 5 Meter vor uns ein Reh gemächlich über den Weg lief, waren wir deswegen ziemlich erschrocken. Als der Wald sich langsam lichtete, war es zwar mittlerweile hell genug, um die Stirnlampe auszuschalten, der Nebel war allerdings nach wie vor da.

Von hier an wurde es auch immer schwerer der Weg zu finden. Es gab gelegentlich Holzpfähle, die die grobe Richtung angezeigt haben. Allerdings war der Weg nicht immer direkt bei den Pfählen und der nächste Pfahl im Blockgelände nicht immer sichtbar. Auf halber Höhe des Berges, lichtete sich der Nebel langsam. Das lag aber daran, dass wir mittlerweile höher als der Nebel waren und nicht etwa, weil sich der Nebel aufgelöst hätte. Er hat uns den gesamten Tag lang begleitet.

Der letzte Abschnitt der Tour führt über kleines Geröll und Asche direkt zum Kraterrand, den man sieht, sobald man das Blockgelände verlässt und den wir gegen 9:30 Uhr erreicht haben. Dort angekommen hat man eine großartige Sicht auf den Krater und fragt sich unweigerlich, wo das ganze Gestein nach dem Ausbruch abgeblieben ist. Ein paar Antworten auf unsere Fragen bekamen wir und alle Interessierten von einem Volontär, der am Kraterrand stand.

Der „Gipfel“ des Mt. St. Helens befindet sich etwas weiter links um den Kraterrand. Der Weg sieht auf den ersten Block recht einfach aus, aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Von dem Punkt, wo der Aufstiegsweg auf den Kraterrand trifft, kann man das Auf und Ab noch gar nicht sehen. Am Ende hat es nochmal knapp eine halbe Stunde gedauert, bis ich auf dem Gipfel war, um mein Foto machen zu können. Das Gefühl, über den Wolken zu sein, war zwar auch schön, leider nahmen uns der dichte Nebel und die Wolken jegliche Sicht auf die Berge um uns herum und alles, was unter uns lag.

Einen kleinen Snack später haben wir wieder den Rückweg angetreten. Auf halber Höhe wieder rein in den dichten Nebel und zurück zum Parkplatz. Alles in allem waren wir rund 9 Stunden unterwegs und gegen 16:30 Uhr zurück zu Hause.  

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