Tag 15: Alleghe – Rifugio Bruto Carestiato
Beim Frühstück gab es dann eine kleine „Überraschung“. Jochen, den ich auf den nächsten Etappen bis Venedig immer wieder getroffen habe, saß beim Frühstück im selben Hotel wie ich. Gegessen habe ich erst um 8 Uhr, da heute eine kurze Bergbahnfahrt direkt von Alleghe aus anstand und diese erst ab 8:30 Uhr auf macht. Heute sollten es wieder zwei Etappen werden. Beide wirklich schön, aber durch den Schatten der Civetta recht kühl, so dass ich immer froh war, wenn ich wieder in die Sonne konnte.





Wie kaum anders zu erwarten, zogen auch heute wieder pünktlich gegen Mittag Wolken auf, die die Sicht versperrten. Ein erstaunlich billiges Mittagessen genehmigte ich mir im Rifugio Vorzella, wo die Getränke Dose nur schlappe 2,50€ gekostet hat.
Angekommen im Rifugio Bruto Carestiato, dem Ziel der heutigen Etappe, hieß es erst mal 15 Minuten warten auf die Dusche. Das Rifugio war voll Deutscher, größtenteils München-Venedig-Wanderer und ich aß mit Jochen und noch zwei anderen Deutschen zu Abend. Aufgrund der vielen Leute und des Halbpension Menüs, zog sich das Essen fast 1,5 Stunden hin! Neuer Rekord.
Tag 16: Rifugio Bruto Carestiato – Rifugio Bianchet
Wie immer in Italien, war auch das Frühstück heute Morgen eher mau. Typischerweise besteht das italienische Frühstück aus einem Heißgetränk und Weißbrot mit Marmelade oder Honig. Also nicht grade umwerfend, vor allem nicht für hungrige Wandere.
Den ganzen Tag über regnete es leicht und die Wolken bzw. der Nebel hing bis kurz über dem Boden. Aufgeweicht durch den Regen wurden die Waldwege bald zur reinsten Schlammschlacht. In solchen Momenten wünschte ich mir immer, ein paar Wanderstöcke mitgenommen zu haben. Auf Grund der schlechten Bedingungen kam ich nur relativ langsam voran und erreichte das Rifugio Fontana, das eigentliche Etappenziel nach 6:30 h. Das Rifugio ist recht klein, aber warm und heimelig. Allerdings sind die Schlafräume außerhalb in einer Hütte und ich habe im Nachhinein von den anderen erfahren, dass es dort in der Nacht ziemlich kühl war. Ich gönnte mir noch eine große Portion Nudeln zum Mittag und musste mich dann entscheiden…
Für morgen stand nämlich ein Klettersteig auf dem Programm. Da ich aber nicht extra ein Klettersteigset (zur Sicherung) für diesen einen Steig mitnehmen wollte, hatte ich eigentlich geplant, ohne zu gehen. Allerdings war für den morgigen Tag wieder Dauerregen angesagt. Auf den nassen Steinen ohne Sicherung rum zu klettern war mir dann doch zu riskant, so dass ich mich entschied, den Klettersteig morgen nicht zu machen und stattdessen die im Wanderführer beschriebene Alternativ Route mit dem Bus zu nehmen. Auf dem Weg zum Bus lag noch ein weiteres Rifugio, das Rifugio Bianchet, zu dem ich dann noch abgestiegen bin. Auch dieses Rifugio hatte einen Steinofen, allerdings waren mit mir gerade einmal neun Leute zu Gast. Übrigens wurde einem zwar im Wanderführer geraten beim Hüttenwirt nach den Abfahrtszeiten des Busses zu fragen, allerdings hatte die überhaupt keine Ahnung. Komisch, aber nun gut.
Der Klettersteig wäre auch die letzte Bergetappe der Tour gewesen. Da sie ausfällt, hatte ich heute bereits die Alpen überquert. Ab nun lag nur noch eine vorgelagerte Bergkette und ansonsten nur noch Flachland vor mir.
Tag 17: Rifugio Bianchet – Belluno
Wie gestern vom Wetterdienst bereits angekündigt, regnete es den ganzen Vormittag durch. Meine Entscheidung, den Klettersteig nicht zu machen, war also wieder einmal richtig. Zu allem Überfluss gab es in der Hütte morgens nicht mal Strom, da der Generator nicht funktionierte. Von den anderen Gästen wusste ich, dass der Bus erst kurz vor 11 Uhr fährt und da es nur ca. 1,5 h bis zur Bushaltestelle waren, bestand kein Grund zur Hektik.
Auf dem Weg nach unten traf ich Jochen wieder, der im Rifugio Fontana übernachtet hat und schon recht früh aufgebrochen war um noch den ersten Bus zu erreichen. Die Bushaltestelle befindet sich mitten an einer viel befahrenen Landstraße und man konnte den Italienern dabei zuschauen, wie sie ihre waghalsigen Überholmanöver vollführten. Die Fahrt nach Belluno dauerte nur 30 Minuten, so dass ich bereits gegen 12 Uhr in Belluno ankam.
Da ich einen Mc Donalds erspäht hatte, trennte ich mich hier wieder von Jochen um ein kleines Burgerchen zu mir zu nehmen. Wie es der Zufall so wollte, trafen wir uns dann aber im Hotel gleich wieder. Die Zimmer waren ganz ok und ich besuchte erst noch einmal den lokalen Supermarkt um mich mit ein paar Kleinigkeiten einzudecken. Als ich alles verspeist hatte, war mir fast schon ein bisschen übel, da ich so viele verschieden Sachen durcheinander gegessen hatte, aber es sah halt alles so lecker aus. Den Rest des Tages verbrachte ich dann mit Wäsche waschen, Wäsche mit dem Föhn trocknen und schlafen bzw. lesen auf dem Bett.
Zum Abendessen ging ich ins hoteleigene Restaurant. Wie sich herausstellte ein deutsches Restaurant. Dort traf ich noch ein paar andere München-Venedig-Wandere wieder und wir ließen den Abend mit ein paar Bierchen ausklingen.
Der Traumpfad München-Venedig – Erfahrungsbericht
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