Gipfeltag Kilimandscharo: Barafu Camp – Uhuru Peak – Barafu Camp – Mweka Camp

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Abstieg ↓
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Gehzeit
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Es ist endlich soweit. Gipfeltag! Ich habe ganze zwei Stunden geschlafen, fühle mich aber fit und bin leicht aufgeregt. Sven hat entschieden, nicht mitzukommen, angeblich weil seine Hosen nass sind. Ich gehe also allein mit Oktavian. Kurz vor 24 Uhr gibt es noch mal Tee und Kekse, aber ich bekomme nur ein bisschen Tee runter. Überall im Camp und teilweise auch schon am Hang sieht man Leute mit Stirnlampen in der Dunkelheit umhergeistern. Der angetaute Schnee ist mittlerweile gefroren, so dass die ersten Meter eine einzige Rutschpartie sind. Hinter dem Camp geht es erst mal eine kleine Wand nach oben und mir wird direkt wieder warm, so dass ich wieder ein paar Sachen ausziehen muss.

Am Ende wird der Weg flacher und führt über eine leichte Steigung bis an den Fuß des Kibo. Von hier an geht es in einem unendlichen Zickzack steil nach oben. Der Schnee ist hier teilweise knietief und es wird immer kälter. Wenn ich sonst meine Zehen in den Schuhen bewegt habe, hat sich die Sohle leicht verformt. Jetzt ist sie steinhart und die Schuhe sind teils gefroren. Also ob man mit zwei Eisklötzen an den Füßen unterwegs ist (Ich hatte allerdings auch „nur normale“ Wanderschuhe dabei.). Irgendwo um die 5000 m ist dann natürlich auch mein Trinksystem eingefroren. Je höher wir kommen, desto mehr kommt der Wind von vorne, was ziemlich unangenehm ist. Nichts desto trotz, sind wir gut unterwegs und haben auch fast alle anderen Gruppen überholt, da wir, außer mal kurz anhalten, um zu „Hecheln“, keine Pausen gemacht haben. Je weiter vorne wir aber gelaufen sind, desto schwieriger wurde es, denn es war nicht mehr richtig gespurt. Man musste also mehr durch den Schnee waten als gehen und ist oft abgerutscht und eingesunken.

Die letzten ca. 300 Höhenmeter vor dem Stelle Point waren dann die schlimmsten und härtesten der ganzen Tour. Steil, kniehoher Pulverschnee, nur noch zwei Gruppen vor uns und somit fast keine Spur und natürlich Wind. Ich habe dann auch nur noch nach unten geschaut, immer schön Schritt für Schritt gemacht und ab und an mal auf den Stöcken ausgeruht. Deswegen war ich auch ganz baff, als Oktavian plötzlich sagte, „Willkommen am Stella Point“. Dieser Punkt ist recht bekannt, da hier mehrere Routen zusammen kommen und viele es auch nicht mehr weiter schaffen. Wir haben hier die erste etwas längere Pause gemacht, da es einige, durch Felsen windgeschützte Plätze gab. Karin hatte mir ihre Thermoskanne mitgegeben und so gab es Tee und Energieriegel. Lange haben wir es dann aber doch nicht ausgehalten, da es, durch den Schweiß am Rücken, ohne Bewegung schnell recht kalt wurde.

Am Uhuru Peak mit Oktavian

Der restliche Weg zum Uhuru Peak ist dann vergleichsweise einfach, da relativ flach und eben. Und so standen Oktavian und ich nach fünfeinhalb anstrengenden Stunden am Uhuru Peak. Die Freude war groß, der Gipfel und somit das Ziel, auf das wir die letzten Tage hingearbeitet hatten, endlich erreicht! Da es aber erst 5:30h ist, ist es natürlich noch stockdunkel und auch hier treten wir, nachdem die obligatorischen Gipfelbilder gemacht sind, wieder den Rückweg an, bevor die Sonne aufgeht. Erst jetzt, wo das Ziel erreicht ist und die Motivation ins Nichts verpufft ist, merke ich, dass ich doch ziemlich fertig bin. Auf dem Weg nach unten muss ich deshalb mehrmals Pausen einlegen.

Sonnenaufgang über dem Mawensi
Auf dem Weg nach unten

Als wir den Stella Point schon hinter uns gelassen haben, geht dann langsam die lang ersehnte Sonne auf. Dummerweise hinter einer großen Wolke, die direkt über dem Mawensi hängt. Langsam kommen uns immer mehr Gruppen entgegen, denen die Anstrengung ins Gesicht geschrieben steht. Dort wo es möglich ist, fahren wir direkt durch den Schnee ab und ersparen uns so den langen Zickzack-Weg. Nach vielen kleinen Pausen kommt endlich das Camp in Sicht. Fast 8 Stunden nach unserem Aufbruch heute Morgen, sind wir wieder zurück im Camp, wo die Wege immer noch vereist sind und ich mehrmals fast hingefallen wäre. Karin und Sven sind gerade mit Frühstück fertig, nehmen mich in Empfang und stellen Fragen über Fragen. Ich verkrieche mich aber erst mal in mein Zelt, um auszuruhen. An Frühstück oder Essen mag ich noch gar nicht denken. Vom Gedanken allein wird mir nämlich schon schlecht. Zum Mittagessen, welches es heute schon mal um 10 Uhr gibt, bekomme ich dann auch nicht mehr als die Suppe runter.

Ein wenig gestärkt, geht es nach dem Mittagessen gleich weiter hinab ins Tal. Ich habe mich mittlerweile wieder erholt und etwas neue Kraft geschöpft. Anfangs geht es nur durch eine ziemlich öde wirkende Felslandschaft, danach durch Moor und schließlich wieder in den Regenwald. Ähnlich wie auf dem Hinweg, ist kurz nach dem Eintritt in den Regenwald das Mweka Camp erreicht. Den vier Uhr Tee lasse ich heute mal aus und hole lieber den verpassten Schlaf der letzten Nacht nach.

Zum Abendessen bemühe ich mich dann aber doch wieder aus dem Zelt und siehe da, sogar der Hunger ist wieder da. Karin und Sven sind wach geblieben und haben mir berichtet, dass immer noch Leute vom Gipfel eintrudeln und das, obwohl es schon fast 18 Uhr ist. Nach dem Essen verziehe ich mich direkt wieder in mein Zelt, denn auch morgen müssen wir wieder früh aufstehen.

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