Abschied aus Argentinien
An unserem letzten Tag in Bariloche statteten wir noch dem Cerro Otto, dem Hausberg Bariloches, einen kleinen Besuch ab. Zum Abendessen hatten wir uns Rindersteaks besorgt (800 gr. für umgerechnet ca. 6 Euro), fast ein bisschen zu viel Fleisch für uns beide, aber gut. Wir mussten uns beinahe ein bisschen mit essen beeilen, da wir noch, pünktlich zur Happy Hour, in eine der zahlreichen Bars wollten, die hier ihr eigenes Bier brauen. Zum Glück sind wir nicht früher auf die Idee gekommen, sonst wäre ich Stammgast geworden
weiterreisen (Evtl. machen wir nochmal um Weihnachten herum einen kleinen Abstecher nach Argentinien). Da wir deshalb auch erst mal keine argentinischen Peso mehr brauchen, haben wir an unserem letzten Tag alle, auf den Peso genau, ausgegeben.
Auf nach Chiloé
Die Rucksäcke wurden dann von zwei Beamten durchsucht (wie alle anderen Gepäckstücke übrigens auch). Da wir nichts verbotenes dabei hatten, war der Spuk nach einer Minute auch schon wieder vorbei. Im Nachhinein kam Bianca auf die Idee, dass wir, immer wenn wir in einem der Nationalparks unterwegs waren, unsere Lebensmittel ja im Rucksack rumgetragen haben. Das war vermutlich Grund genug für den guten Hund.
Unser Bus von Bariloche fuhr erstmal nur bis nach Puerto Mont, wo wir relativ spät abends ankamen und uns noch ein Hostel suchen mussten. Es wurde schon langsam dunkel und die ganze Gegend um den Busbahnhof war wenig einladend und düster, was uns ein bisschen an Indien erinnert hat. Wir natürlich dann noch ein Zimmerchen bekommen, es sah allerdings nicht gerade einladend aus. Für die eine Nacht hat es aber allemal gereicht. Tags drauf ging es dann endlich weiter zu unserem eigentlichen Ziel, Chiloé.
Chiloé
Gleich bei userer Ankunft wurden wir mit dem für Chiloé typischen Wetter begrüßt. Es regnete, wie auch an 266 anderen Tagen im Jahr. Wir nahmen das erste Hostel, wo uns jemand die Tür geöffnet hat, zumal der Preis annehmbar war und es einen Holzofen im „Wohnzimmer“ gab. Es war zwar etwas kühl, da das Haus nur eine „Bretterbude“ war und mit Holz geheizt wurde, uns hat es aber gereicht.
Tags darauf haben wir die Gegend in und um Castro erkundet. Berühmt ist die Insel bzw. die Stadt einerseits für ihre vielen Holzkirchen, die Pfahlbauten und den Markt. Da alles nah beieinander liegt, konnten wir alles an einem Tag besichtigen.
Auf dem lokalen Markt gab es so viele tolle Dinge zu kaufen… wir mussten uns zusammenreißen. Ponchos, flauschig weiche Alpaca-Schals und jede Menge Essen. Auf dem Firschmarkt, der sich direkt an die anderen Markthallen anschließt, wurde ich von Möwengeschrei angelockt. Glück für uns, denn es wurden gerade die Fischabfälle an die Robben verfüttert. Die Möwen wollten natürlich auch ihren Teil abhaben und so wurde es mächtig laut.
Wir haben uns gleich etwas frischen Fisch mitgenommen. Das Kilo fangfrischer Lachs für unter 5€. Unschlagbar. An diesem Tag haben wir so gut gegessen, dass wir für die nächsten zwei Tage kein richtiges Hungergefühl mehr hatten. Wir haben zwar ab und an noch etwas gegessen, aber waren trotzdem immer satt. Selbst Bianca!
Auf der Suche nach einer Möglichkeit in den Tantauco National Park, unserem geplanten Ziel für die nächste Woche, zu gelangen, haben wir eine Agentur aufindig gemacht, die unter anderem auch Kayaks verleiht. Da ausnahmsweise mal super Wetter auf Chiloé war, buchten wir uns gleich ein Kayak für den Nachmittag. Auch hier hatten wir wieder Riesenglück. Aufmerksam gemacht durch komische „Puste-Laute“, sahen wir eine Schule Delfine keine zwanzig Meter neben unserem Kayak vorbeiziehen.
Ps.: Seit unserem letzten Eintrag ist bereits eine ganze Weile vergangen, aber wir haben es erst heute geschafft, mal wieder einen Internet-Tag einzulegen. Immerhin waren wir ja auch allein im Park eine ganze Woche abseits der Zivilisation. Dafür gibts es jetzt die geballte Ladung!
