Ankunft in Chañaral
Zum Glück wurden wir von unserem Tauchguide, der uns auf der Fahrt zurück einiges über Chile erzählt hat, schon darauf hingewiesen, dass Chanaral kein besonders schöner Ort ist. Zu allem Überfluss kam noch hinzu, dass erst im März eine riesige Schlammlawine durch den Ort gepflügt war. Eine gewaltige Schneise durch die Stadt, viele Tote, Dreck überall und Autos, die wie Spielzeug zusammengefaltet wurden waren das Ergebnis. Da es auch an einem zentralen Busterminal mangelte, waren wir erstmal ziemlich ratlos, wie und wohin. Und das alles nach einer Nachtfahrt im Bus, mit Ankunft um 6 Uhr morgens, wo eh jede Stadt hier wie eine Geisterstadt erscheint
Pan de Azucar
Ohne Verzögerungen ging es weiter in den Park. Wir waren so früh dran, dass wir nichtmal Eintritt (immerhin rund 7€ pro Person) zahlen mussten. Allerdings war auch noch alles zu und wir kamen uns ein bisschen verloren und allein vor. Der Fahrer wollte, dass wir gleich noch die komplette Rückfahrt als eine Art Anzahlung bezahlten. Wir einigten uns aber darauf, erstmal nur die Hälfte anzuzahlen und den Rest später. So ganz erfreut war er nicht als er davonfuhr und wir waren sehr gemischter Gefühle, ob alles gut gehen würde.
Da waren wir nun. Um 8 Uhr morgens, leicht übermüdet von der Fahrt, im Park Pan de Azucar. Und was nun? Wir setzten uns erstmal an einen der Picknickplätze um zu frühstücken und zu beratschlagen. Schließlich bauten wir unser Zelt auf, um die Rucksäcke darin den Tag über zu verstauen und machten dann eine Wanderung zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt, den uns der Taxifahrer empfohlen hatte. Das wir uns schon in den ersten Ausläufern der Atacamawüste befanden, konnten wir gut an der kargen Vegetation erkennen. Aber trotz aller Trockenheit.. die Wüste lebt.
Zurück von unserem Ausflug aßen wir Mittag in einem der nun offenen Restaurants und erkundigten uns nach einer Bootstour zur nahegelegenen Insel Isla Pan de Azucar, die dem Park seinen Namen gibt. Das Boot kostete allerdings 60000 Peso Chileno, egal wieviel Leute mit fahren. Da uns das für uns vier zu viel erschien, warteten wir ab, ob sich noch weitere Leute melden würden. Wartend verbrachten wir dann einen Großteil des Nachmittags. Da wir annahmen, dass sowieso nichts mehr passieren würde, holten wir unsere Rucksäcke wieder und bauten das Zelt ab. Glücklicherweise kam kurz darauf ein anderes Pärchen auf uns zu und fragte, ob wir nicht die Bootstour zu sechst machen wollten. Wir sagten kurzerhand zu und kamen so doch noch zu unserer Bootstour. Wir hätten sonst auch wirklich was verpasst!
Bereits während unserer Fahrt zur Insel, konnten wir hier und da schwimmende Seelöwen, Pinguine und Pelikane beobachten. Bei der Insel angekommen, tuckerten wir langsam die Küste entlang und sahen immer wieder Pinguine und meine Favoriten: Seeotter. Die kleinen Biester sind allerdings so quirlig und schnell, dass man sie einfach nicht in Ruhe vor die Linse bekam. Bis man mal abgedrückt hat, waren sie längst schon über alle Berge. Weiter ging es an einer Kormoran- und Pelikan-Kolonie vorbei zu einem Seelöwen, der wie für uns auf einem Felsen zu posieren schien. Als ich schon fast dachte, besser kann es nicht mehr kommen, fuhren wir halb um die Insel herum, wo es sich eine kleine Seelöwenkolonie auf den Felsen bequem gemacht hatte. Nach den Pfiffen des Fahrers sprangen einige davon ins Wasser und drehten für uns Pirouetten im Wasser. Überglücklich machten wir uns auf den Rückweg und konnten noch einem besonderen Schauspiel beiwohnen. Die Meeresoberfläche war voller Seevögel. Der Fahrer steuerte mitten in den größten Haufen Pelikane. Die saßen so eng aufeinander, dass sie garnicht so ohne weiteres mehr voneinander loskamen. Ein riesen Getöse brach direkt vor uns aus… Während wir weiterfuhren, kamen immer mehr Vögel unter unserem Boot zum Vorschein, die wohl unter Wasser jagen waren. Ein riesen Spektakel! Zum Glück hatten wir die Fahrt doch nocht gemacht!







Als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten, stand „Oh Wunder, oh Wunder“ unser Taxifahrer bereits da und wartete auf uns. Er brachte uns ohne Probleme wieder zurück und setzte uns an einem Restaurant ab, in dem wir wirklich billig und gut essen waren. Wir ließen uns extra viel Zeit, da unser Bus ja wieder erst 23:30 Uhr abfuhr und wir außer an der Haltestelle zu stehen nichts mehr machen konnten. Zu allem Übel kam unser Bus noch über eine Stunde zu spät, sodass wir heilfroh waren, endlich im Bus zu sitzen und uns nach diesem anstrengenden und erlebnisreichen Tag auszuruhen.
Ps.: Leider ist das Internet hier im Moment ziemlich lahm. Falls sich das mal bessern sollte, werde ich noch ein paar Videos hochladen.
Pss.: Nun doch noch zwei Videos dazu:
