Da Niklas bisher nur halbtags in den Kindergarten direkt neben meiner Firma geht, musste Bianca eine Woche lang drei mal am Tag zwischen unserem Haus und dem Kindergarten hin und her pendeln. Kein Wunder, dass wir uns bemüht haben möglichst bald ein zweites Auto anzuschaffen. Diesmal ein etwas größeres um unser ganzes Gepäck auf kommenden Ausflügen mitzunehmen.
Bei dem Händler, bei dem wir unser erstes Auto gekauft haben gab es leider kein passendes Auto in unserer Preisklasse. Wir mussten uns deshalb anderweitig umsehen. Dazu kommt, dass alle SUVs zwar von außen groß aussehen, der Kofferraum aber meistens recht klein ausfällt. Da sind wir von unserem Lodgy anderes gewohnt.
Wir haben also wieder ein paar Modelle rausgesucht, die in Frage kamen. Sind zum gleichen Autohaus gefahren bei dem wir unser erstes Auto gekauft haben. Dort stehen nämlich alle Autos unverriegelt auf dem Gelände und man kann ohne lästige Verkäufer reinschauen. Und haben uns für ein Modell entschieden. Bianca hat dann gezielt nach dem Modell bei größeren Autohäusern gesucht und drei Kandidaten gefunden.
Beim der Besichtigung unseres Favoriten saß ich nach 5 Minuten schon hinterm Steuer auf Probefahrt. Da uns das Auto gut gefiel und die Probefahrt auch gut war, entschieden wir uns noch vor Ort das Auto zu kaufen. Am Verhandlungstisch wurde uns dann offeriert, dass das Auto in Wirklichkeit 15% mehr kosten sollte als im Internet angegeben. Zum einen wegen Gebühren für Registrierung und Steuern und zum anderen noch Gebühren für den Händler und z.B. einen GPS Tracker den das Autohaus im Nachhinein eingebaut hat.
Wir waren uns zwar bewusst, dass der im Internet angegebene Preis nicht der finale Preis ist, doch 15% war dann doch etwas viel. Nach ein paar Verhandlungen bei denen der Verkäufer nach jedem Angebot zu seinem Manager laufen musste um nachzufragen ob das auch ok ist wurden wir uns leider nicht einig. Wir haben uns bedankt und sind unverrichteter Dinge abgefahren. Da es schon recht spät war und wir kein Abendessen für Niklas dabei hatten, entschieden wir nach Hause zu fahren und am nächsten Tag weiter zu machen.
Einen Tag später, als wir gerade auf dem Spielplatz waren, hatte ich einen Anruf auf meinem Handy und kurze Zeit später auch eine Text Nachricht. Der Verkäufer hätte noch mal mit seinem Manager gesprochen und wenn wir immer noch Interesse hätten, könnten wir das Auto zu „unserem“ Preis bekommen. Wir haben zugesagt und ein paar Stunden später den Kaufvertrag unterschrieben.
Da unsere Bank am Wochenende geschlossen ist und wir das Auto wegen dem Kreditlimit auf unsere Karte nur per Scheck kaufen konnten hat es dann noch mal einen Tag gedauert bis wir es mit nach Hause nehmen konnten. Alles in Allem war der Kauf am Ende recht unkompliziert. Die Erfahrungen vom ersten Kauf waren aber sehr hilfreich.



Dies und Das
Hier und da stehen zwar noch ein paar Kisten rum, aber den Großteil unserer Sachen haben wir mittlerweile im Haus verräumt. Am Ende haben wir doch noch zwei unsere Kleiderschränke aus Deutschland aufgebaut. Der große ungenutzte Vorraum (hier formal livingroom genannt) wurde kurzerhand zum Spielzimmer/Turnhalle von Niklas umfunktioniert. Wir müssen allerdings noch ein mal zum Möbelhaus und zwei drei Sachen besorgen die bisher noch fehlen.
Wir haben auch das erste Mal mit dem amerikanischen Gesundheitssystem Kontakt gehabt. Mein Teamleiter (auch Expat aus Deutschland) hat uns seine Kinderärztin empfohlen. Eine Japanerin die in Deutschland gelebt und studiert hat, deutsch spricht und jetzt in den USA ist. Alles in allem waren wir recht überrascht wie gut alles lief. Termine kann man einfach online machen und bekommt mehrere Erinnerungen. Einziger Nachteil ist, dass wir Rechnungen erst mal selbst zahlen müssen und von der Versicherung eine Rückerstattung bekommen. Unkompliziert im Hintergrund wie in Deutschland kann, zumindest mit unserer Versicherung, nicht abgerechnet werden.
Um etwas mehr sozialen Anschluss zu finden hat Bianca sich eine Hockey Gruppe gesucht. Außerhalb des College Sports gibt es hier in Portland aber nur eine gemischte Freizeit Gruppe die sich jeden Samstag trifft.
Der 19.01 ist ein Feiertag bei uns in der Firma. Da das Wetter auch noch gut werden bzw. bleiben soll, haben wir uns kurzerhand entschlossen das verlängerte Wochenende für einen kleinen Ausflug nach Bend zu nutzen. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.
Kleiner Exkurs: In den USA benutzt man das Datums-Format MM/TT/JJJ. Also 01/19/2026 anstatt 19.01.2026. Hauptsache nichts so machen wie die anderen ist hier wohl das Motto! Es gibt auch eine Menge Feiertage. Man hat aber nicht automatisch an diesen Tagen frei wie in Deutschland. Jede Firma kann für sich regeln an welchen Tagen sie ihren Mitarbeitern frei gibt. Zwei meiner Kollegen z.B. sind bei externen Dienstleistern angestellt. Sie haben 5 bzw. 8 Tage Urlaub pro Jahr und so gut wie keinen der Feiertag frei!

Das läuft doch alles ziemlich gut bei Euch:)