Auf Wohnungssuche

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In der zweiten November-Hälfte hat sich bei uns alles um die Wohnungssuche gedreht. Eigentlich sollte uns hier Sally, von der alle meine Expat-Kollegen geschwärmt haben und mit der wir schon in Deutschland Kontakt hatten, zur Seite stehen. Die war aber leider kurzfristig aus persönlichen Gründen verhindert. Unsere neue Assistentin, Shawni, musste zu allem Übel auch noch alle Fälle von ihr übernehmen. 

Shawni hat sich uns schon mit den Worten „ich bin immer für euch da, ihr müsst nur fragen“ vorgestellt. Fragen zu stellen ist aber gar nicht so leicht, wenn man nicht genau weiß, was man fragen soll oder wo die Probleme und Unklarheiten sind. Im Endeffekt hätten wir uns lieber jemanden gewünscht, der uns an die Hand nimmt und sagt, was wir machen sollen. Im Laufe der Zeit haben wir erfahren, dass Shawni auch das erste mal mit meiner Firma zusammengearbeitet hat und dementsprechend nicht über den Ablauf mit meiner Firma informiert war. Ich will mich aber nicht zu viel beschweren. Sie war wirklich nett und hat uns so gut es ging unterstützt, obwohl wir am Ende mehr selbst gemacht haben.

Wohnungssuche in den USA / Oregon

Die Wohnungssuche hier in den USA funktioniert etwas anders als bei uns in Deutschland. Wenn man ein passendes Haus gefunden hat, das einem gefällt und ggf. besichtigt hat, bewirbt man sich auf das Objekt. Das geschieht meist über ein Online Portal in dem jede volljährige Person, die einziehen will, eine Bewerbung stellen muss. 

Die Vermieter sind dann gesetzlich dazu verpflichtet, die Bewerbungen in der Reihenfolge abzuarbeiten, wie sie eingegangen sind. Wer sich also zuerst bewirbt, hat auch die besten Aussichten die Wohnung zu bekommen. 

Meist schon beim Einreichen der Bewerbung muss man dann noch eine Gebühr von ~50€ pro Person für einen Background Check bezahlen. Den Check übernimmt eine externe Firma und überprüft Kreditwürdigkeit, Vorstrafen etc. Da wir gerade erst in die USA eingereist sind, war das für uns eigentlich sinnlos. Aber um dem Prozess genüge zu tun und nicht gleich abgelehnt zu werden, mussten wir das auch so machen. Für jedes Haus, auf das man sich beworben hat!

Wenn bis hier hin alles klappt, startet eine recht kurze Frist von wenigen Tagen um eine Kaution von 1-2 Monatsmieten zu hinterlegen und den Vertrag zu unterzeichnen. Danach kann man dann zum vereinbarten Zeitpunkt einziehen. 

Wenn in dem gesamten Prozess etwas schief läuft und man z.B. die Kaution nicht rechtzeitig hinterlegt oder nicht kreditwürdig ist, wird die Bewerbung abgelehnt und die nächste Bewerbung wird abgearbeitet. Je nachdem, wie viele Bewerbungen vor einem sind, kann es eine ganze Weile dauern bis man Rückmeldung bekommt.

Kleine Anmerkung am Rande: Oregon soll der Mieter-freundlichste Bundesstaat der USA sein, in dem Mieter die meisten Rechte genießen. Deswegen läuft die Häusersuche in anderen Bundesstaaten vielleicht anders ab.

Erste Runde

Wir waren auf der Suche nach einem Haus mit mindestens 3 Schlafzimmern, wobei ein Schlafzimmer hier in den USA ein Zimmer mit einem Fenster und einem Schrank ist, 1,5+ Bädern und einem Garten. Als wir vor Abreise geschaut hatten, gab es recht viele passende Angebote. Hier vor Ort waren es leider nicht mehr so viele. Gegen Ende des Jahres will niemand mehr umziehen deswegen war der Markt wohl recht leer. Wir konnten eigentlich nur zwischen altem Haus mit Garten oder neuem Haus ohne nennenswertem Garten wählen. 

Die Aufteilung der Häuser hier in den USA ist für uns außerdem etwas ungewohnt. Es gibt meistens einen recht großen Eingangsbereich, der als Wohnzimmer und Esszimmer dient, wenn man Gäste hat. Es gibt aber auch noch einen kleineren Bereich, in dem die Familie wohnt und isst, wenn sie alleine ist. Dabei gibt es aber überall recht viel ungenutzten Raum.

Für den „Anfang“ hatten wir uns sieben Häuser ausgesucht, die wir besichtigen wollten. Shawni hat die Termine für uns ausgemacht. Fünf davon waren an einem Tag und ich hatte extra dafür frei genommen.

Unsere erste Besichtigung war allerdings an einem Sonntag, an dem Shawni uns leider nicht begleiten konnte. Das war natürlich wieder ungünstig, da wir gar nicht wussten auf was wir achten müssen und was uns so erwartet. Unseren ersten Eindruck vom Haus haben wir Shawni später als „dunkel und abgewohnt“ beschrieben. Der Vermieter wollte aber vor Einzug noch ein paar Dinge erledigen und im Nachhinein fanden wir das Haus gar nicht mehr so schlecht.

Die restlichen Häuser haben wir dann an einem anstrengenden Vormittag nacheinander angeschaut. Am Ende kamen wir dann schon leicht durcheinander. Die Häuser haben sich auch alle sehr geähnelt. 

Kurz nach eins sind wir dann mit Shawni Mittag essen gegangen und haben ausgewertet. Uns hatten nur zwei Häuser wirklich gut gefallen und beide hatten jeweils schon eine Bewerbungen vor uns. Shawni meinte, wir sollen uns auf alle Häuser bewerben, die uns gefallen.

Als letztes haben wir uns an diesem Tag dann noch das Haus von einer Freundin eines meiner Arbeitskollegen angeschaut. Ein riesiges Ding mit 320qm² und eigentlich weit über unserem Budget. Die Vermieterin hatte aber gesagt, sie würde die Miete an unser Budget anpassen. Am Ende hat uns aber die schiere Größe etwas abgeschreckt (man denke allein an die Heizkosten) und Shawni hat uns auch sehr von dem Haus abgeraten, da sie Schimmel entdeckt hat.  

Noch am selben Abend haben wir uns dann nur auf die zwei Häuser beworben, die uns wirklich zugesagt haben. 

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Tina

    Ihr Lieben,
    ich hatte versäumt auf eure Webseite zu schauen. Im Nachhinein, also nachdem ich euch vorgestern ausgefragt hatte, habe ich hier alles ausführlich gelesen.
    Für mich stellt sich das Gesamte ziemlich kompliziert dar und ich finde, ihr habt das alles toll hinbekommen.
    Auch die Bilder haben mich beeindruckt- von der Arbeit und der Freizeit mit den Kollegen und natürlich von dem kleinen Sonnenschein.
    Ich werde alles heute Abend Oma und Opa berichten bzw. vorlesen.
    Ich bin gespannt wie es weitergeht.
    Ganz herzliche Grüße von mir ❤️

  2. Sabine

    Hallo Ihr 3,

    jetzt sind wir genau im Bilde, unter welchen Voraussetzungen Ihr nun endlich zu Eurem neuen Domizil gekommen seid. Das Prozedere vor Ort kann man sich immer schwer vorstellen, weil wir hier ja ganz andere Bedingungen/Vorgehensweisen gegeben sind.

    Vielen Dank, dass Ihr uns alle an Euren Erlebnissen und Eurem Alltag – in Wort und Bild – teilhaben lasst!

    Gaaanz liebe Grüße