Death Valley – Las Vegas – Valley of Fire

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Am Freitag um 16 Uhr haben wir uns zu zweit auf den Weg nach Las Vegas gemacht; 1500 km am Stück durch die Nacht. Eigentlich wollte ich die Strecke über den Mt Hood fahren und noch etwas das Tageslicht ausnutzen. Irgendwie hat das Navi aber doch einen anderen Weg ausgesucht. Immerhin war das Wetter in Oregon so schlecht, dass man eh nicht viel gesehen hätte. Bei unserem Zwischenstopp in Bend, bei dem wir Abend gegessen haben, war es dann schon dunkel.

Die Nacht war ziemlich unspektakulär, da es fast die ganze Zeit über schnurgeradeaus ging. Erst als, irgendwo in Nevada, langsam die Sonne auf ging gab es etwas Abwechslung. Laut Wetterbericht waren über 20 Grad angesagt, so dass es uns gewundert hat, schneebedeckte Berge zu sehen. Zumal man Nevada, Utah und Arizona gewöhnlich eher mit Wüste assoziiert.

Da wir sehr gut in der Zeit lagen und erst ab 16 Uhr ins Hotel einchecken konnten, haben wir uns bei einem kurzen Frühstücks-Zwischenstopp entschieden noch einen Abstecher ins Death Valley zu machen. Dem tiefsten, heißesten und trockensten Nationalpark der USA und unserem einzigen Stopp in Kalifornien.

Death Valley

Alle paar Jahre, wenn es im Winter im Death Valley besonders viel geregnet hat, erlebt das Tal einen sog. „Superbloom“ („Superblütezeit“). Wir hatten das Glück in einem besonders regenreichen Jahr vor Ort zu sein. An bestimmten Stellen war das Tal mit kleinen buten Wildblumen übersät. Und natürlich auch mit Menschen, die versucht haben den perfekten Schnappschuss einzufangen. Wir eingeschlossen.

Abgesehen von zahllosen Blüten, gab es auch zahllose Raupen auf dem Weg ins und aus dem Tal. Zuerst hatte ich gar nicht bemerkt, dass sich die schwarzen Punkte auf der Straße bewegen. Erst bei näherem Hinschauen haben wir entdeckt, dass es sich um unzählige Raupen handelt. Leider auch viele davon überfahren.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor-Center, bei dem ich uns einen „America the Beautiful Pass“ geholt habe, einer Art Jahreseintritts-Ticket für Nationalparks, haben wir noch einen Abstecher zum Salzsee im Tal gemacht. Das verdunstende Wasser hinterlässt hier einen immer salziger werdenden See und eine Salzkruste auf dem Land. Einige wagemutige Leute haben sich mehrere hundert Meter in den See getraut und waren immer noch „nur“ knie-tief drinnen.

Da wir uns noch eine Runde im Hotel hinlegen wollten und unser Abstecher ins Death Valley uns nochmal ein paar Stunden extra gekostet hat, sind wir von kleinen Stopps abgesehen direkt durch das Tal nach Vegas gefahren. Nach dem Salzsee schien die Straße im Nationalpark gar nicht mehr enden zu wollen. Wir waren froh, als wir wieder auf größeren Straßen unterwegs waren und wieder etwas vorwärtsgekommen sind.

Las Vegas

Beim Anblick von Las Vegas fragt man sich wirklich, warum hier eine so große Stadt entstanden ist. In dieser Umgebung wirkt sie einfach fehl am Platz. Alles ballt sich um den „Strip“, die Vergnügungsmeile schlechthin in Las Vegas, auf der sich ein Großteil der bekannten Hotels und Casinos befindet. Daneben gibt es noch ein paar kleinere Bezirke und einzelne Hotel-Casinos etwas außerhalb in die die Besucher strömen. Darum herum hat sich der Rest der Stadt entwickelt. Identisch aussehende Wohnviertel für die Bediensteten.

Wir kamen eine Stunde vor Check-In in Las Vegas an und sind gleich noch ein Stückchen über den Strip gefahren. Oder besser gestanden. Vorwärts ging es nämlich kaum. Tagsüber ist es auch nur halb so eindrücklich wie nachts, wenn das Lichterspektakel startet.

Im Hotel haben wir uns noch ein Stündchen hingelegt, bevor wir weiter zum Flughafen gefahren sind, um Niklas und die Frauen, die geflogen sind, abzuholen. Der Flughafen, der direkt in der Stadt liegt, ist total unübersichtlich. Nach einer halben Runde um den Flughafen bin ich einfach in das erst beste Parkhaus gefahren, an dem ich das Wort „Ankunft“ entdecken konnte. Ein Telefonat und wenige Minuten später waren wir dann alle wieder vereint. Für Niklas war der zweite Flug in seinem Leben ein großes Abenteuer. Da es mittlerweile schon dunkel war, sind wir noch einen kleinen Happen essen gegangen und danach direkt ins Hotel.

Ich habe meine Eltern noch mal losgeschickt, um sich Las Vegas bei Nacht anzuschauen. Sie werden wohl so schnell nicht mehr kommen. Am Ende haben wir uns etwas geärgert, nicht doch noch eine Nacht länger geblieben zu sein, um wenigstens ein bisschen ins Nachtleben einzutauchen. Wir haben aber beschlossen, wenn Niklas etwas älter ist und auch mehr davon hat, noch einmal für einen Wochenend-Trip herzukommen.

Valley of Fire

Unser erster gemeinsamer Stopp auf der Tour und wie sich im Nachhinein herausgestellt hat auch eines der Highlights war das Valley of Fire. Während man auf dem Weg ins Tal durch die karge Landschaft fährt, sieht man noch nichts von den roten Sandstein Felsen die dem Valley of Fire (Tal des Feuers) seinen Namen geben. Kurze Zeit später ist man aber mittendrin.

Die meistfotografierte Stelle im Park, die gleichzeitig Ausgangspunkt unser ersten kleinen Wanderung mit dem Namen Rainbow Vista war, befindet sich kurz hinter dem Visitor Center. Die Parkplätze sind leider (wie in fast allen Parks) ziemlich begrenzt. Da wir früh aus Las Vegas aufgebrochen sind, hatten wir aber Glück und musste nicht warten.

Neben jeder Menge rotem Sand gab es auf der Wanderung noch alle möglichen und unmöglichen Sandsteinformationen zu bestaunen. Niklas hatte seine helle Freude im Sand zu spielen und ist auch ein gutes Stück des Weges selbst gelaufen.

Zweiter Stopp des Tages war der „Fire Wave“ Wanderweg. Unser Highlight des Parks. Man kommt dabei zu einer Sandsteinformation, die an eine Welle erinnert. Von dort aus kann man entweder umdrehen und zurücklaufen oder auf einem anderen Weg durch einen kleinen Canyon wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Wir haben uns für letzteres entschieden. Ich habe Niklas den größten Teil des Weges in seiner Kraxe getragen und am Ende ist er dabei von der ganzen Schaukelei eingeschlafen.

Nach der Wanderung sind wir weiter Richtung Zion Nationalpark gefahren, dessen Besuch für den nächsten Tag geplant war. 

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