1.2.2010 Endlich auf nach Puerto Natales
Im Bus heute waren mehr Deutsche als in so manchem Bus in Deutschland. Um 23:30 bin ich dann endlich angekommen. Vor dem Bus standen gleich die ganzen Geier von den Hostels.. Ich hab dann das billigste genommen. Die Ausstattung war dann auch dementsprechend.
2.2.2010 Vorbereitung auf Torres del Paine
Den Tag heute habe ich erst mal mit Essen und Ticket für den Bus kaufen verbracht. Ich habe auch viele Leute, die ich vorher schon mal getroffen habe, beim Einkaufen wiedergetroffen. Puerto Natales an sich ist überhaupt nicht mein Fall. Ich kann zwar garnet so genau sagen warum, aber ich finde es nicht wirklich schön. Abends war ich dann noch ein letztes mal duschen und dann gings auch gleich ab ins Bett, da es morgen ja schon früh losgeht.


3.2.2010 Torres del Paine I
Die Torres 6:30 gings schon los. Bin dann direkt auch mal in den falschen Bus eingestiegen. Ansich net schlimm, da eigentlich alle Busse in den Park gefahren sind. Kurz nach 10 bin ich dann am Parkeingang angekommen. Der Eintritt hat dann auch gleich mal 15k $ gekostet. Waren auch massig Leute am Eingang. Mit einer Karte vom Park, bin ich dann heute auch direkt 4h zum ersten Campingplatz gelaufen. Während der ganzen Zeit war ich alleine auf dem Weg. Keine Menschenseele weit und breit. Der Rucksack war furchtbar schwer, da ich ja Essen für 8 Tage und auch noch 5k Wasser mit hatte 🙂 Leider bin ich schon recht früh angekommen (4 Uhr). Auf dem Campingplatz der stolze 4k $ gekostet hat waren auch nur ca. 10 Leute. Da die Campingplätze in Norden des Parkes schlecht verteilt sind, muss ich morgen dann direkt 30km laufen. Einen ganz kurzen Blick auf die Torres ohne Wolken konnte ich auch erhaschen.
4.2.2010 Torres del Paine II
Heute lass ich es erst mal ruhig angehen. D.h. 9h aufstehen. Heute ist es auch recht frisch, ca. 100m höher in den Bergen liegt sogar Schnee. Beim Einpacken hab ich dann gesehen, daß mir ne Tüte mit Tomatensauce im Rucksack geplatzt ist. Tolle Sache.. hab auch nix ums wieder sauber und oder trocken zu machen. Die erste Etappe war mit 6h angegeben, habs dann aber doch in 4h geschafft. Die nächste Etappe war mit 4h angegeben und so lange hats auch gedauert. Alles in allem war ich somit heute ca. 8,5h unterwegs und hab sogar schon den ersten kleinen Gletscher gesehen. Aber ganz ehrlich.. Am Ende wollte ich dann wirklich net mehr. Es war neblig, hat geregnet, die Schultern taten weh… etc. Heute beim Essen musste ich mich erst mal richtig beherrschen, net alle Süßigkeiten aufzuessen. Der Campingplatz heute hat 3,5k $ gekostet und lag im Wald. Da kam wenigstens net der ganze Regen durch die Blätter.


5.2.2010 Torres del Paine III
Der Pass heute war dann doch leichter als ich es mir voregestellt habe. Man merkt, daß es stimmt was ich mal in Sport-LK gelernt habe: „Spezifische Reise haben spezifische Anpassungen zur Folge.“ Oben angekommen hatte ich dann erst mal eine super Sicht auf den Grey Gletscher. Das Eis ist wirklich türkies!! man glaubt es garnet wie unnatürlich aussieht. So „einfach“ wie der Aufsteig war, so schlimm war dann auf der Abstieg. Es war nass, glitschig und ich bin nur so durch den Schlamm gerutscht. Den Rest des Weges ging es dann bergauf und bergab, worüber ich nicht wirklich begeistert war. Nach ca. 8h bin ich dann am Ziel.Refugio angekommen. Es gab leider Unmengen von Fliegentierchen die einem die ganze Zeit ums Gesicht geschwirrt sind, dafür wars aber auch umsonst. Ich hab dann erst mal die weitere Tour geplant und habe gemerkt, daß ich zu schnell unterwegs bin. Im Internet stand, daß man für die Runde ca. 8 Tage braucht. Ich bin aber wie ich es auch drehe und wende schon in maximal 5 Tagen fertig. Meine ganzen Klamotten und sogar der Schlafsack sind nass. Ausßerdem habe ich festgestellt, daß ich mir den Campingplatz noch mit 6 weiteren Deutschen teile.


6.2.2010 Torres del Paine IV
Wie ich a jetzt im Nachhinein weiß, wird heute der schönste Tag im Park sein 🙂 Es ging erst mal über sehr abendteuerlich aussehende ca 15m hohe Stahlleitern, durch Schmelzwasser ausgewaschene Flusstäler. Meine erste Etappe heute ging von 10 Uhr – 15 Uhr, wo ich an einem See, an dem auch das größte Refugio des Parkes ist, erst mal Pause gemacht habe. Einen Kaffee habe ich mir sogar auch gegönnt. War das billigste warme Getränk das es gab (hat auch noch 1,5k $ gekostet). Ich hatte es aber auch nötig, da es wieder leicht geregnet hatte und mir kalt war. Im Restaurant selbst hab ich dann 2 Frauen aus Deutschland getroffen, die mir dann netterweise ein paar Sudokus vermacht haben. Weiter gings dann an einem See vorbei, der genau so unnatürlich aussah wie die Gletscher. Direkt danach hab ich dann Gale wiedergetroffen. Eine ältere Frau mit der ich zusammen im Hostel war. Um 17:45h bin ich dann an meinem Campinglplatz für heute angekommen bin. Ich hab dann schnell das Zelt aufgebaut, ein paar Snacks eingepackt und dann gings auch schon wieder los Richtung Mirador. Die Strecke war furchtbar zu laufen, da es wie immer nass und schlammig war und dann teilweise auch über recht große Steine ging. Da es nirgends ein Schild was wo der Mirador nun wirklich ist, bin ich auch viel weiter gelaufen als vorgesehen. Ich war auch total kaputt.. Am Ende hab ich 20 Schritte gemacht und danach musste ich erst mal ne kurze Pause einlegen. Da ich aber kurz unter ne Gipfel war wollte/konnte ich aber auch net einfach aufhören. Auf die Uhr hab ich natürlich auch die ganze Zeit net geschaut. Als ich das dann mal zufällig nachgeholt habe, wurde mir ganz anders. 20:30h!!! Und die Sonne geht ca. 21:30 unter. Deshalb habe ich mich auch gleich auf den Rückweg gemacht. Wie ich jetzt im Nachhinein weiß.. viel zu spät 🙂 es wurde nämlich langsam aber sicher immer dunkler.. und ich dadurch immer langsamer. 23:15 hab ich dann im Wald garnichts mehr gesehen! Unter freiem Himmel gings noch einigermaßen. Aber ich habe mich mehr eigentlich nur noch durch „tasten“ vortbewegt. Als es dann garnicht mehr ging, kam ich dann auf die geistreiche Idee mein Handy auszupacken und damit den Weg zu leuchten. Direkt vor meinem Zelt ist es dann aber auch aus gegangen. Puuuuh Glück gehabt…. Ich glaube das Zelt hätte ich net so ohne weiteres gefunden 🙂 Mittlerweile wars ganz erbärmlich kalt, da ich auch total durchnässt war. Ich hab dann auch nur noch nen bischen Trockenfutter gegessen und bin dann gleich in meinen feuchten Schlafsack geklettert, konnte aber kaum schlafen. Ich war heute insgesamt 15h!! unterwegs. Aber all die Strapazen haben sich gelohnt. Die Aussicht war super und vom Berg hat man immer dumpfes Grollen und Knallen gehört, wenn mal wieder eine kleine Lawiene abging.
7.2.2010 Torres del Paine V
Das Letzte was ich heute morgen wollte war aufstehen. Ich wollte einfach nur liegen bleiben, da es im Schlafsack dann doch recht warm war und draußen net. Bin dann aber doch direkt aufgestanden und siehe da, das Wetter war garnet mehr so schlecht. Zu Essen gabs heute zum Ersten mal etwas gekochtest. Danach gings dann auf zur letzten Etappe, die ich sehr langsam angegangen bin. War aber trotzdem 8h unterwegens. Mir tut heute auch zum ersten mal mein Bein weh. Liegt wohl an den Strapazen des gestrigen Tages 🙂 Morgen gehts früh los! 4:30h aufstehen. Mir sind heute die ganzen Leute mit ihren Stöcken aufgefallen. Da gibt es zum einen die, die welche haben, sie aber net benutzen. Dann gibt es die, die welche haben, aber damit nur rumstochern und sich damit mehr im Weg stehen als alles andere. Und zu guter letzt gibt es noch ein paar ganz wenige, die welche haben, wissen wie man sie benutzt und das auch machen.
8.2.2010 Torres del Paine VI (Der Kreis schließt sich)
Wie geplant bin ich heute 4:30h aufgestanden und den berühmten Sonnenaufgang an den Torres zu sehen. Hat sich natürlich net gelohnt, da die Torres wolkenverhangen waren. Ich hatte natürlich auch keine Lampe mit und wie wir wissen hatte mein Handy auch keinen Strom mehr. Also wieder durch den Busch tasten. Gegen Ende bin ich dann aber doch irgendwie vom Weg abgekommen. Ich habe dann mein Feuerzeug ausgepackt und damit versucht den Weg wieder zu finden ohne Erfolg. Bergrunter hab ich mir dann gut Zeit gelassen. Und ich hatte das erste mal seit Tagen wieder Sonnenschein. Wieder in Puerto Natales, bin ich erst mal in den Supermarkt wo ja alles sooo lecker aussah 🙂 Und im Hostel konnte ich nach 6 Tagen endlich mal wieder duschen!! Das war auch herrlich. Gale, die Omma, war zufällig auch wieder im selbe Zimmer im selben Hostel wie ich. Alles in allem wars ne echt super Zeit im Park. Morgen gehts dann auf nach El Calafate. Heute abend war auch ganz lustig.. Die Frau der das Hostel gehört hat, hat alles für mich gemacht. Gekocht, abgewaschen und was zu trinken im Kiosko hat se mir auch geholt.
