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Führereschein tauschen

Wenn man sich längere Zeit in den USA aufhält, benötigt man einen US Führerschein, um offiziell fahren zu dürfen. Die genauen Voraussetzungen regelt jeder Bundesstaat selbst. Hier in Oregon kann man entweder die Fahrprüfung nochmal machen und bekommt dann neben dem deutschen Führerschein zusätzlich einen US Führerschein oder man gibt den deutschen Führerschein ab und tauscht ihn in einen US Führerschein um. In jedem Fall benötigt man dazu eine Social Security Nummer und einen festen Wohnsitz. Deshalb haben wir diesen Gang zum Amt erst
sehr spät machen können. Deutschland gehört zu den vier oder fünf Ländern, denen es erlaubt ist, den Führerschein ohne praktische Fahrprüfung einzutauschen. Allerdings muss man laut Internet die theoretische Fahrprüfung hier vor Ort noch ein mal bestehen. Das geht eigentlich sogar online, in unserem Fall gab es aber wieder Probleme mit der Authentifizierung. Am Ende habe ich deshalb beim DMV (Department of Motor Vehicles) einen Termin für die Theorieprüfung gemacht.
Zur Vorbereitung auf den Test, kann man sich die Fahrregeln in einem PDF anschauen. Das Dokument sieht aus, als hätte es der Praktikant zusammen kopiert. Die darin enthaltenen Bilder sind teilweise so verpixelt, dass man kaum etwas erkennen kann. Bei meinem Termin vor Ort meinte die Sachbearbeiterin aber, dass ich den Führerschein einfach so eintauschen kann. Um so besser! Die Vorbereitung auf den Test war zwar umsonst, aber es war recht interessant die Regeln mal gelesen zu haben. In den USA kann man nämlich z.B. auch an roten Ampeln rechts abbiegen und
unter gewissen Bedingungen sogar links.

Autokauf

Noch vor unserem Umzug haben wir einen Wochenendtag (Ja, hier kann man Autos auch am Samstag und Sonntag kaufen) genutzt, um Autos anschauen zu gehen. Bei einem der größeren Händler standen alle Autos entriegelt auf dem Gelände und man konnte sich einfach mal ungezwungen umschauen. So richtig überzeugt haben uns aber alle Autos nicht. Zum einen waren sie alle recht teuer und zum anderen hatten fast alle innen weniger Platz als es von außen aussah. Aber an einem Ort in alle gängigen Modelle und Marken zu schauen hatte sich dennoch gelohnt. Danach waren wir noch bei einem kleineren Händler. Dort kam auch gleich ein Verkäufer an und wollte uns eine Probefahrt andrehen. Von meinen Kollegen hatte ich schon abenteuerliche Geschichten von penetranten Verkäufern hier in den USA gehört. Wir sind aber ohne Probefahrt wieder gegangen, da wir ja noch keinen festen Wohnsitz hatten, den man zur Registrierung eines Autos bräuchte.

Wegen des ganzen Umzugsstresses haben wir die Autosuche dann erst mal ein paar Tage vernachlässigt, bis wir im neuen Haus eingezogen waren. Der Mietwagen war aber nach Einzug nur noch für vier weitere Tage bezahlt, sodass wir ein wenig Zeitdruck hatten. Wir hatten uns dann ein paar Autos, die in Frage kamen, rausgesucht und wollten diese wieder am Wochenende anschauen gehen. Allerdings standen die Autos bei kleineren Händlern und die hatten am Wochenende nur mit Terminvereinbarung geöffnet, wie wir erfahren mussten. Deshalb mussten wir den Mietwagen noch ein paar Tage verlängern.

Für den kommenden Dienstag hatten wir einen Termin bei einem Autohaus gemacht um uns zwei Autos anzuschauen. Auf dem Weg zum Autohaus bekamen wir die Nachricht von der Verkäuferin, dass eines der Autos aber nicht verfügbar wäre, weil ein Kollege vergessen hatte es von daheim mitzubringen. Da wir eh schon unterwegs waren, haben wir uns das andere Auto trotzdem angeschaut. Es stand aber so zugeparkt auf dem Hof, dass eine Probefahrt fast unmöglich war. Auch sagte uns der Zustand des Autos nicht wirklich zu. Lackschäden scheinen hier in den USA generell nur kleine unbedeutende kosmetisch Mängel zu sein. Meine Kollegen hatten mich schon vorgewarnt. Da wir im Berufsverkehr fast eine Stunde zum Autohändler benötigt haben, wollten wir nicht einen Tag später noch einmal kommen um eine Probefahrt zu machen, nur um dann festzustellen, dass uns das Auto immer noch nicht zusagt. Bei einem weiteren Autohaus auf unserem Rückweg sind wir erst gar nicht ausgestiegen, da alles sehr dunkel und unseriös aussah.

Wieder daheim angekommen haben wir ein weiteres Mal nach Autos geschaut. Diesmal nur bei größeren Autohändlern. Am nächsten Abend sind wir dann wieder fast eine Stunde zum nächsten Autohaus gefahren. Dort standen aber immerhin vier potenzielle Kandidaten. Eines davon war mal wieder nicht auffindbar. Eines zu klein und eines sagte uns generell nicht so zu. Somit blieb nur noch ein Auto übrig, welches zufällig Biancas Favorit war. Da man für die Probefahrt einen US Führerschein brauchte, konnte nur ich Probe fahren; bei leichtem Regen und im Dunkeln. Das Auto war aber, so weit ich das mit meinem umfassenden Expertenwissen beurteilen konnte, ok. Da wir nicht unnötig noch länger für den Mietwagen bezahlen wollten und es auch nicht mehr viele andere Optionen gab, haben wir kurzerhand zugesagt. Wir konnten das Auto aber noch nicht direkt mitnehmen, da wir erst noch eine Versicherung abschließen und einen Check von der Bank holen mussten.

Als ich die Preise für die Versicherung gesehen habe, musste ich mich erst mal bei meinen Kollegen erkundigen, ob ich etwas falsch gemacht habe, oder ob das normal so ist. Fast 200$ kostet die Versicherung. Pro Monat! Ich habe mir aber sagen lassen, dass das noch im Rahmen liegt und unter anderem daran, das wir keine Historie bei Autoversicherungen in den USA haben, was den Preis natürlich erhöht.

Einen Tag später, nach wieder einstündiger Fahrt zum Autohaus, ging alles recht fix. Die Verkäuferin wirkte etwas überrascht, dass wir das Auto ohne größeres Tam-Tam direkt gekauft haben. Man kann das Auto aber bei Nichtgefallen innerhalb von 10 Tagen umtauschen und bekommt sogar eine 90 Tage Garantie, was alles in den USA nicht Standard ist. Also gab es für uns keinen Grund das Ganze in die Länge zu ziehen. Eine dreiviertel Stunde später konnten wir dann mit zwei Autos den wieder einstündigen Heimweg antreten. Wie gut integrierte Ami’s natürlich mit einem Stopp im Fastfood Restaurant (wie die Abende davor).

Am Tag darauf haben wir den Mietwagen abgegeben und sind seitdem in unserem eigenen Auto unterwegs und wieder einen kleinen Schritt weiter auf unserer Todo-Liste. Über die Feiertage können wir jetzt erst mal etwas entspannen und weiter Sachen im Haus verräumen. Ein Auto müssen wir aber noch kaufen. Ab Anfang Januar geht Niklas in den Kindergarten. Da wären zwei Autos eigentlich sehr von Vorteil. Ob wir das bis dahin hin bekommen? Ich habe so meine Zweifel.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Cooles Auto der „Jeep Cherokee“ >>> Wie der Vater, so die Tochter. >>> Glückwunsch zu dem „Schnäppchen“ ! >>> In Deutschland wäre das Fahrzeug sicherlich 2.000,- EUR teurer gewesen, aufgrund des relativ jungen Baujahres.

  2. Mutti

    Habe mich hier jetzt auch mal umgeschaut und Christoph hat Recht …viele Fragen habe ich beantwortet bekommen.
    Freue mich,wie ihr alles meistert.
    Liebe Grüße von der Ostsee